Mühltaler gründen Initiative gegen 5G

Der 5-G-Sendemast ist Teil der Telekom-Modellregion, die in Darmstadt eingerichtet wurde. Schon jetzt wird 5 G im Gewerbe genutzt. Die Bürgerinitiative für ein strahlungsarmes Mühltal ist gegen den Ausbau des 5G-Netzes in Mühltal. Archivfoto: Andreas Kelm

Die Bürgerinitiative für ein strahlungsarmes Mühltal hat sich kürzlich gegründet. Ihr Ziel: Die Bürger Informieren und die Mobilfunkstrahlung in Mühltal reduzieren.

Anzeige

MÜHLTAL. Die Bedenken gegenüber der neuen Mobilfunktechnologie 5 G wachsen. Auch in Mühltal hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet, die sich mit dem Thema beschäftigt. Initiatorin Judith Schäfer zeigt sich zufrieden mit der Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative für ein strahlungsarmes Mühltal (BI). Über 30 Leute kamen nach Nieder-Ramstadt zum ersten Treffen. Eine beachtliche Zahl für die rund 14 000-Einwohner-Gemeinde Mühltal, findet Schäfer. Etwa die Hälfte der Anwesenden haben auf dem Zettel unterschrieben und sich damit als Mitglieder der BI eingetragen. Die Ziele der BI sind klar gesteckt: Die Bürger in Mühltal sollen aufgeklärt und die Mobilfunkstrahlung soll reduziert werden. Mit größtmöglichem Komfort, die geringstmögliche Strahlung erreichen.

Ein Streitpunkt sind die Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung. Die Telekom, die wie viele andere für den Ausbau von 5 G zuständig ist, betont, dass sie lediglich den Auftrag habe, das Netz unter der Berücksichtigung der Grenzwerte aufzubauen. „Die erreichten Werte liegen deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Werten“, heißt es aus der Pressestelle. Die Grenzwerte werden von der Politik bestimmt. Ob diese angemessen sind, zweifeln viele 5-G-Gegner an.

Bei der Veranstaltung mit dabei waren Vertreter der lokalen Politik. Christoph Zwickler, Fraktionsvorsitzender von Fuchs, empfand das Treffen als „sehr positiv“. Er selbst ist nicht gegen 5 G, steht dem Ganzen aber kritisch gegenüber. „Es gibt keine Belege für eine negative Auswirkung, aber auch keine Studien, die das Gegenteil belegen.“ Niels Starke war ebenfalls bei der Gründungsveranstaltung. Der CDU-Vorsitzende in Mühltal sagte, er wolle den Dialog suchen. Er selbst ist klar für die neue Mobilfunktechnologie. „Ich sehe die Chance für Deutschland“, erklärt er. Er nimmt damit die Position seiner Partei ein, die auf Bundesebene den flächendeckenden Mobilfunk 5 G bis zum Jahr 2025 entschieden hat. Doch selbst wenn man die neue Technik verhindern wolle, ginge das auf kommunaler Ebene nicht. „Wir können 5 G in Mühltal nicht verhindern, wollen es aber auch nicht.“ Sein Fokus für Mühltal liegt allerdings nicht nur bei 5 G, sondern beim Glasfaserausbau und einem flächendeckenden LTE-Ausbau in Mühltal. „Dort gibt es noch einige weiße Stellen.“

„Es ist wichtig, dass gewählte Vertreter in Mühltal informiert sind und sich selbst ein Bild machen können“, sagt Judith Schäfer. Die Bürgerinitiative solle eine parteiunabhängige Organisation sein, der Kontakt zur Politik sei jedoch notwendig. Sie hielt im Chausseehaus einen Vortrag über die Auswirkungen des Mobilfunks – vor allem auf die Gesundheit.

Anzeige

In der anschließenden Fragerunde „ergab sich eine Diskussion, die nochmal eine Stunde gedauert hat“, freut sich Schäfer. Eine Frage sei häufig aufgekommen: „Ich wundere mich, weshalb 5 G so schnell vorangetrieben wird, ohne dass eine Prüfung der Risiken vorgenommen wird“, sagt Schäfer.

Der nächste Schritt der Bürgerinitiative ist ein Treffen in der großen Runde Anfang Januar. Ideen dafür, was als Nächstes anstehen könnte, hat Judith Schäfer bereits. Ein öffentliches Gespräch mit Experten beispielsweise, die das Thema von verschiedenen Standpunkten aus diskutieren.

Von Marcel Großmann