Musikalische Leckerbissen

Bei ihrem Jahreskonzert im Bürgerhaus zeigt die Sängerlust Brandau, wie vielseitig ihr Repertoire ist. Foto: Karl-Heinz Bärtl  Foto: Karl-Heinz Bärtl

„Schieben Sie die Sorgen des Alltags beiseite und genießen Sie unsere musikalische Reise.“ Mit diesen Worten begrüßte Herbert Reining, Vorsitzender des Gesangvereins...

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BRANDAU. „Schieben Sie die Sorgen des Alltags beiseite und genießen Sie unsere musikalische Reise.“ Mit diesen Worten begrüßte Herbert Reining, Vorsitzender des Gesangvereins Sängerlust Brandau, die über 200 Besucher des Jahreskonzerts im Bürgerhaus am Samstagabend. Aus ganz Modautal und darüber hinaus waren Menschen in das Bürgerhaus gekommen, um dem Konzert zu lauschen, durch das Heinz Roth, sonst Schriftführer des Gesangvereins, als Moderator führte.

Den Auftakt machte das Stück „Wir laden gern uns Gäste ein“, aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Chorleiterin Angelika Henß hat das Stück mit ihre Chor einstudiert. Am Pianino: ihr Vater Norbert Henß, der seit 1983 in Darmstadt an der Akademie für Tonkunst unterrichtet.

Es folgt das Lied „Mein Mund der singet“. Für das folgende „Can’t Help Falling in Love“ gibt Heinz Roth zur Anmoderation eine dramatische Lesung der deutschen Übersetzung und flirtet eine Frau im Publikum an, sehr zur Belustigung ihres Ehemannes und der anderen Besucher. Weiter geht es mit dem altrussischen Kirchengesang „Tebje pajom“.

Von Mozart bis Kristofferson reicht der Spagat

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Pianist Henß interpretierte die Sonate Nr. 11, 3. Satz, aus dem „Türkischen Marsch“ von Wolfgang Amadeus Mozart meisterhaft und gelassen. Der stürmische Applaus in der Bürgerhalle sprach für sich.

A cappella ging es weiter mit „Alta Trinitá beata“ aus dem 15. Jahrhundert und „Frieden“ von Gotthilf Fischer, gefolgt von einem weiteren Klavierstück, diesmal ein Impromptu in As-Dur von Franz Schubert. Ein Volkslied aus Israel, „Tum-Balalayka“ und „Die Juliska aus Budapest“ aus der Operette „Maske in Blau“ aus dem Jahre 1937 schickten die Zuschauer in die Pause.

Mit einem ähnlich bunten Mix kam auch die zweite Programmhälfte daher: „Lustig, ihr Brüder“ und „Du passt so gut zu mir“ war gefolgt von einem weiteren Klavierstück, der „Serenade in Blue“ von Eric Plessow. Dieses Stück versetzte die Zuhörer in ein Speakeasy der 1920er – bevor es dann auf Bayrisch und Steirisch weiterging. „Gö, du bleibst heut’ Nacht bei mir“ ist die Interpretation der österreichischen Popgruppe STS des Countrysongs „Help me Make it Through the Night“ von Kris Kristofferson. Ihnen folgten die Klassiker „Heimweh“ von Freddy Quinn und „In einer kleinen Konditorei“. Für das letzte Klavierstück „Baby Gaby und die Spieluhr (Foxtrott auf den schwarzen Tasten)“ ließ Norbert Henß nochmal die Finger über das Pianino fliegen. „Das Lächeln kommt vom Trinken“ wurde noch einmal a cappella gesungen, dann begleitete Norbert Henß seine Tochter Angelika für „Sing mit mir“, eine deutsche Version von „Ain’t she Sweet“. Wer in den Achtzigern mal die Knoff-Hoff-Show gesehen hat, kennt die Melodie. „Die Juliska aus Budapest“ wurde erneut als Zugabe dargeboten, danach beschloss der Gesangverein den Abend mit „Mer sinn all vum Ourewold“.

„War wieder ein sehr schönes Konzert und ein musikalisches Highlight von Modautal“, lobte Bürgermeister Jörg Lautenschläger, der den Abend zusammen mit seiner Frau sichtlich genossen hat.

Von Matthias Reißmann