Mundartwanderweg an der Modau soll im Frühjahr eröffnen

Die Ludwigs-Buwe, Sänger des Odenwaldklubs Ernsthofen. Fotos: Günther Bersch / Mundartfreunde

Die Mundartfreunde Südhessen und der Odenwaldklub erweiteren den Weg von Neunkirchen bis Ernsthofen um sieben Abhörstationen mit Liedern, Gedichten und Wissenswertem.

Anzeige

MODAUTAL. Der erste Mundartwanderweg in der Region soll im Frühjahr 2020, genauer gesagt am 26. April um 14 Uhr eröffnet werden. Es handelt sich um einen mit „M“ gekennzeichneten Weg, der von Neunkirchen bis nach Ernsthofen führt. Das Besondere: An sieben Stationen können Wanderer Wissenswertes über Gebäude, Geschichte und Kultur erfahren – gebabbelt in Mundart.

Die Ludwigs-Buwe, Sänger des Odenwaldklubs Ernsthofen. Fotos: Günther Bersch / Mundartfreunde

Die Idee dazu entstand beim Zusammentreffen von Fritz Ehmke von den Mundartfreunden Südhessen und Manfried Hering vom Odenwaldklub. Sie merkten, dass Wandern und Mundart oft Hand in Hand gehen. Also steckten sie die Köpfe zusammen und überlegten sich, an welchem Ort man einen Mundartwanderweg einrichten könnte.

Die Wahl fiel auf den vom Odenwaldklub als Qualitätswanderweg geführten Modautaler Uferweg. Er führt zwölf Kilometer weit durch Wälder und Bach-Auen an der Modau entlang. Insgesamt 280 Höhenmeter geht es bergab, bevor man in Ernsthofen mit dem Bus wieder zum Ausgangspunkt in Neunkirchen zurückfahren kann.

Anzeige

An den einzelnen Stationen sollen Schilder aufgestellt werden, die über einen QR-Code verfügen. Wer diesen mit seinem Smartphone scannt, kann Audio-Beiträge anhören. Darunter werden Bilder, Lieder und Ansagen sein. So babbelt etwa Modautals Bürgermeister Jörg Lautenschläger am Startpunkt am Parkplatz in Neunkirchen die Begrüßung. Außerdem gibt es dort für diejenigen, die es wünschen, einen Mundart-Sprachkurs auf die Ohren. Ludwig Götz aus Lützelbach erklärt, wie in Modautal die Leute standesgemäß begrüßt werden und was es zuhause und in Modautals Gaststätten Gutes zu essen gibt. Und Pfarrer Ottmar Arnd informiert in Mundart über die evangelische Kirche in Neunkirchen.

Der Startpunkt ist zudem die einzige Stelle, an der eine Babbelbox stehen soll. Dort sind einige Beiträge auch ohne digitale Hilfe zu hören. Wer also kein Smartphone besitzt, kann per Taste die Hörstücke anwählen. Im weiteren Verlauf des Weges kann man am höchsten Apfelbaum in Neunkirchen den Ludwigs-Buwe, den lokalen Sängern des Odenwaldklubs Ernsthofen, zuhören, wie sie unter anderem das Ebbelwoilied zum Besten geben. An der Modauquelle kommt Ilse Dutz mit Gedichten zu Wort. Sie widmet sich darin auch der Modau. Etwas weiter, am Rathaus in Brandau, stellt Gertrud Reining in Reimversen die Geschichte des Ortes vor. In Hoxhohl wird Günther Bersch ein paar lustige Anekdoten zum Besten geben. Und in Ernsthofen wird man Wissenswertes über das Wasserschloss und die Schlosskirche erfahren.

Doch was wäre all die Arbeit wert, wenn man an den einzelnen Stationen kein Netz hat und das Smartphone streikt? Auch daran haben die Organisatoren gedacht. „Wir sind zu dritt mit drei Handys und unterschiedlichen Netzen den Weg abgelaufen. Es gab kein Funkloch“, sagt Fritz Ehmke. Damit Wanderer einen Anreiz haben, den Weg nicht nur einmal abzulaufen, sind Updates der Audio-Beiträge geplant. Zumindest jährlich soll es Neuerungen geben.

Von Matthias Voigt