Die Brandauer wissen zu feiern

Die ABC-Schützen waren mit von der Partie beim Umzug anlässlich der Brandauer Kerb am Sonntag.Foto: Karl-Heinz Bärtl  Foto: Karl-Heinz Bärtl

Ganz Brandau ist an diesem Sonntag auf den Beinen. Es ist Kerbzeit und niemand will sich das Spektakel des Brandauer Kerbzugs mit anschließender Kerbrede entgehen lassen,...

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BRANDAU. Ganz Brandau ist an diesem Sonntag auf den Beinen. Es ist Kerbzeit und niemand will sich das Spektakel des Brandauer Kerbzugs mit anschließender Kerbrede entgehen lassen, selbst aus Groß-Zimmern sind Kerbenthusiasten nach Modautal gekommen.

Als der Zug sich um 13.30 Uhr in Bewegung setzt, ist das Zentrum der Gemeinde rund um das Rathaus rappelvoll. Sage und schreibe 31 Wagen zählt der Zug. Vom Steimel geht es über den Neunkircher Weg, durch die Lützelbacher und Odenwaldstraße, den Römerberg hoch zur Gadernheimer Straße, wieder in die Odenwaldstraße, zum Geißberg, durch die Hechlergasse zum Rathaus. Allen voran der Kerbkranz, dicht gefolgt von den Reitern des Lindenhofs. Gleich dahinter Kerbpfarrer Patrick Schaefer und Glöckner Sebastian Ritzet, stilecht in einer Kutsche, und nach ihnen die Brandauer Schulkinder und die Löschbar. Jetzt kommt der erste Mottowagen, der die Krawalle des G20-Gipfels karikiert. Viele der Mottowagen werden sich erst in der Kerbrede erschließen.

Kanonendonner und Knallfrösche

Es folgen die Löschdrachen der Freiwilligen Feuerwehr Brandau, sowie Bürgermeister Lautenschläger auf einem Kerbwagen, anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Gemeinde Modautal. Mit ihm auf dem Wagen sind Landrat Schellhaas, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Georg Werner Balß, die Stellverteterin und 1. Beigeordnete Martina Preisherr, Ortsvorsteher Rainer Hubertus, sowie die Ehrenbeigeordneten Carola Hofmann und Werner Bickelhaupt. Der Schützenverein Brandau präsentiert seine Kanone, untermalt von den Marching Devils aus Darmstadt. Nach den Knallfröschen und der Jugend des Geflügelzuchtvereins kommt der nächste Mottowagen, über Fußball und eine Hochzeit. Die Modautaler Brassband „Gut druff“ bildet wunderbaren Kontrast zu weiteren Mottowagen um Donald Trump, eine seitenverkehrte Baustelle und eine verdunkelte Kellerassel. Nach der Fischerhütte und den Wagen um das SEK im Heppenheim sowie ein in die Ecke gestelltes Auto, lauschen die Kerbbesucher der Musik der Johannisbachtaler. Ein weiterer Mottowagen über einen prominenten Brandauer, der schon bei „DSDS“ auftrat, bildet die Vorhut zu den „Brenner Mädsche“ und einem Vertreter des nächsten Traktorentreffens. Der letzte Mottowagen des Zuges handelt von einem kaputten Bett, dann kommen noch die Kerbvereine aus Billings, Niedernhausen und Modau, sowie der KSG Brandau. Den Abschluss macht der Watz.

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Am Rathaus ist auf dem Vordach schon das Podium errichtet. Alle sind gespannt, welche Bolzen die Brandauer wieder gerissen haben. Nach dem Einmarsch von Schaefer und Ritzet geht es auch gleich los, mit einigen Seitenhieben auf aktuelle Geschehnisse in der Welt wie Donald Trump, die G 20-Krawalle und die Fipronil-Eier.

Nun folgen die eigentlichen Missgeschicke. Da hat ein Brandauer ein kleines Stelldichein, was dessen Bett aber nicht aushält und entzweigeht. Eine Brandauerin schafft es, ihren Autoschlüssel im Auto einzuschließen, doch nicht genug, das Auto rollt auch noch davon und rammt ein Baugerüst.

Ein anderer Brandauer wird von der eigenen Frau aus Versehen für mehrere Stunden im Keller eingesperrt. Eine junge Brandauerin fährt ihr Auto in einen Kieshaufen nahe Reichenbach. Nach einem starken Besäufnis macht ein Brandauer ins Katzenklo, ein anderer fällt fast auf eine BKA-Meldung von Phishern herein und ein weiterer wird durch krumme Machenschaften eines Untermieters in Heppenheim vom SEK hochgenommen. Nun lacht wirklich jeder Kerbgast.

„Die Brandauer Kerb ist schon etwas Besonderes und hat eine hohe Anziehungskraft, dafür ein herzliches Dankeschön“, lobt Bürgermeister Jörg Lautenschläger.

Von Matthias Reißmann