Auf Schlagzeug wird verzichtet

In Osnabrück spielten die „Mannswild“-Bandmitglieder (von links) Markus Schüßler (Gesang), Hubertus Gärtner (Akkordeon), Jens-Peter Dietzsch (Ukulele), Gregor Gärtner (Sousaphon) und Stefan Sprysch (Klarinette) auf der Straße.Foto: Markus Schüßler  Foto: Markus Schüßler

Man kennt den Begriff fuchsteufelswild, im Wald tummelt sich bisweilen Rotwild – und in Brandau gibt es seit 2014 „Mannswild“. Bevor nun die Deutungen in alle möglichen...

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BRANDAU. Man kennt den Begriff fuchsteufelswild, im Wald tummelt sich bisweilen Rotwild – und in Brandau gibt es seit 2014 „Mannswild“. Bevor nun die Deutungen in alle möglichen Richtungen gehen, der Hinweis: „Mannswild“ ist der Name einer Musik-Combo, die sich im Februar 2014 zum ersten Mal zum gemeinsamen Musizieren traf.

Wie kommt man auf solch einen Namen? Sänger Markus Schüßler erklärt: „Wir wollten einen Namen für unsere Band finden, den es so noch nicht gab.“ Das dürfte gelungen sein. Mit kurzem Zögern schiebt der 54-Jährige hinterher: „Das „wild“ bezieht sich eher auf unseren Musikstil.“ Und den darf man getrost als etwas Seltenes bezeichnen. Denn das musikalische Herzstück bildet das Zusammentreffen von Akkordeon, Klarinette und Sousaphon. „Mannswild“ verzichtet bewusst auf ein Schlagzeug. Bei den neueren Stücken wird die Combo aber ergänzt durch eine Ukulele oder Gitarre. „Das macht die Musik stimmiger“, sagt Schüßler.

Erste Auftritte in Hofreiten in Brandau

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Die Band verortet sich in Brandau, weil sie dort zum Proben zusammenkommt. Jeden Mittwoch treffen sich die fünf Musiker in einer Hofreite direkt gegenüber des Rathauses. „Mannswild“ setzen sich zusammen aus den Gründungsmitgliedern Gregor (aus Brandau) und Hubertus Gärtner (Einhausen), beide sind ausgebildete Musiker und zugleich Brüder, dazu Stefan Sprysch (Brandau) und Markus Schüßler (Niedernhausen). Später stieß noch Jens-Peter Dietzsch aus Bensheim zur Band hinzu.

2014 lernten sich einige von ihnen beim Jungfrau-Marathon in der Schweiz kennen, später sahen sie sich beim Abholen ihrer Kinder am Zaun des Kindergartens wieder. „Was machen wir bloß, wenn es mal nicht mehr so läuft mit dem Marathon?“ – „Dann machen wir Musik“, lautete die spontane Antwort.

Ihren ersten Auftritt hatte die Band 2014 bei einem selbst veranstalteten Weinfest in der Brandauer Hofreite von Silke Huth. 100 Besucher kamen und lauschten den Klängen von „Mannswild“. Ein Jahr später wiederholte die Band die Veranstaltung, sattelte aber in die Hofreite Gärtner um.

Zunächst war das musikalische Repertoire noch auf eine Dreiviertelstunde beschränkt. Mittlerweile haben sich die fünf Männer, die allesamt zwischen Ende vierzig und Mitte fünfzig sind, breiter aufgestellt. Nur wenige reine Cover spielt die Band, darunter „Hier in der Kneipe fühle ich mich frei“ von Marius Müller-Westernhagen und „Goldener Reiter“ von Joachim Witt.

Hinzu kommen etliche Lieder, bei denen Markus Schüßler den Text neu geschrieben hat. Denn „Mannswild“ singen ausschließlich auf deutsch. „TNT“ von AC/DC wurde ebenso umgetextet wie „Black Magic Woman“ von Santana. Aber die Band hat auch Eigenkompositionen hervorgebracht, die man teils auf Youtube betrachten kann, darunter „Grill“ und ganz neu dabei „Der Bulli“, eine Hommage auf den VW-Bus. Mittlerweile umfasst das Repertoire 18 Songs, was etwa 90 Minuten Musik bedeutet.

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Ihren größten Erfolg feierte „Mannswild“ kürzlich beim Straßenmusikfestival „Die goldene Säge“ in Osnabrück, als sie den Sommerhit „Despacito“ von Louis Fonsi in einen Liebessong an Osnabrück umdichteten und den Ensemblepreis gewannen. „Am Freitag werden wir bei Radio Osnabrück zu hören sein, die waren ganz begeistert“, ergänzt Schüßler.

Wann „Mannswild“ in der Region wieder live zu hören sein wird, ist noch nicht klar. Es gebe eine Anfrage aus Zwingenberg, und 2018 solle auf jeden Fall wieder ein Fest in einer Brandauer Hofreite veranstaltet werden. So, wie alles begann.

Von Matthias Voigt