B 26: Die Stadt Darmstadt soll "in die Puschen kommen"

Die B26 (hier an der Bahnunterführung im Osten von Darmstadt in Richtung Landkreis) bringt täglich tausende von Pendlern an ihr Ziel.  Foto: Guido Schiek

Auch nach Tagen hagelt es Kritik aus dem Landkreis zu den bekanntgewordenen Plänen einer Teilsperrung der B 26 bei Darmstadt. SPD-Landtagsabgeordnete Heike Hofmann erwartet von...

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DARMSTADT-DIEBURG. Mit einem Bündel voller Erwartungen und Forderungen hatte die SPD-Landtagsabgeordnete Heike Hofmann aus Weiterstadt jetzt ein Gespräch bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Auch der Darmstädter Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger war dabei, wie Hofmann am Dienstag im Gespräch mit dem ECHO erläuterte. Es sei ein informelles Gespräch gewesen, sagte Hofmann. Deshalb wollte sie keine Details nennen. Nur so viel: "Ich habe alle Punkte, die mir für den Landkreis wichtig sind, vorgebracht, und erwarte nun schnelle Ergebnisse."

Ministerium ebenfalls gefragt

Auch vom Hessischen Verkehrsministerium erwarte sie eine zügige Entscheidung. Und zwar dazu, wie der Verkehr umgeleitet werden soll, wenn die Bundesstraße 26 stadteinwärts für Monate teilgesperrt wird. Und auch zu der Frage, ob sich die insgesamt drei geplanten und diskutierten Baumaßnahmen - Sanierung des Trogbaus, Errichtung einer Busspur entlang der B 26 und Sanierung des Lohbergtunnels in Nieder-Ramstadt - zeitlich besser koordinieren lassen.

Hintergrund ist die ECHO-Berichterstattung zu den Plänen von Hessen Mobil, die B 26 im kommenden Jahr über sieben Monate teilweise zu sperren und den Lohbergtunnel in den Sommerferien zu sanieren. Die Stadt Darmstadt war darüber seit Monaten informiert. Die betroffenen Kommunen und der Landkreis nicht, was in den vergangenen Tagen zu heftiger Kritik von Bürgermeistern, Kommunalpolitikern und Berufspendlern führte.

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Heike Hofmann drängt darauf, dass es eine Entzerrung gibt, sowohl was den Zeitplan der Vorhaben als auch die Verkehrsströme betrifft. "Welche Maßnahme ist erforderlich, was kann nochmal geschoben werden - das muss nochmal überdacht werden", nennt Hofmann die Punkte. Ziel sei, dass die Belastung für die Pendler und für die betroffenen Kommunen so gering wie möglich bleibe. Und dazu sei die Busspur erforderlich, die Darmstadt schon lange diskutiert. Bislang gibt es dazu nur Vorplanungen. "Da muss die Stadt Darmstadt endlich in die Puschen kommen, auch mit mehr Personal, damit das vorangeht", sagte Hofmann. Auch ihre Verärgerung über die fehlende Kommunikation mit dem Landkreis sei Thema gewesen. "Ich bin aus allen Wolken gefallen und habe erstmal in meinen Unterlagen nachgeschaut, ob ich auch nichts übersehen habe", schilderte sie.

Zu früh, um über Details zu sprechen

Anfang jedes Jahres informiert Hessen Mobil stets über anstehende Projekte - und diese waren nicht dabei. "Sie sind ja auch erst für das Jahr 2020 geplant. Deshalb ist noch viel zu früh, über Details zu sprechen", sagte am Dienstag im ECHO-Gespräch Andreas Moritz von Hessen Mobil. Er verwies auf den üblichen zeitlichen Ablauf solcher Projekte. Die nächsten Schritte seien für Herbst geplant. Dann würden alle eingebunden: Verkehrsbehörden, Kommunen, Polizei. Dann gehe es zum Beispiel um die Umleitungen der Verkehrsströme. "Wir sind im Gespräch, und in Stein gemeißelt ist noch nichts", sagte Moritz. Was die Forderung von Kommunalpolitikern wie Hofmann betrifft, die Baumaßnahmen zeitlich zu entzerren und aufeinander abzustimmen, verwies Moritz auf das Verkehrsministerium als Entscheidungsträger. Dennoch gebe es derzeit "eine Aufgeregtheit, die ich verstehen kann", so Moritz.

Heike Hofmann dauert das zu lange, zumal auch der öffentliche Nahverkehr auf die zu erwartende Verkehrsbelastung reagieren müsse: "Das ist zeitlich zu knapp. Die Planungen müssen so schnell wie möglich beginnen. Dazu müssen alle an einen Tisch, auch Kommunen und Dadina. Wenn Projekte früher bekannt werden als geplant, sollte man beim Zeitplan für die Einbindung von Betroffenen flexibel sein. Vor allem bei solch gravierenden Maßnahmen", sagte die Landtagsabgeordnete.