Im November Premiere von „Tango zum Leichenschmaus“ beim...

Intensiv probt die Theatergruppe des TSV Richen derzeit für die Aufführungen des Stücks „Tango zum Leichenschmaus“. Am kommenden Sonntag, 15. Oktober, ist Kartenvorverkauf für die fünf Abende, an denen der „ländliche Schwank“ gezeigt wird. Foto: Klaus Holdefehr  Foto: Klaus Holdefehr

. „Wir legen großen Wert auf Authentizität“, sagt Mario Volland, Strippenzieher hinter den Kulissen der Theatergruppe des TSV Richen. „Wenn bei uns ein Tresen auf der...

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RICHEN. . „Wir legen großen Wert auf Authentizität“, sagt Mario Volland, Strippenzieher hinter den Kulissen der Theatergruppe des TSV Richen. „Wenn bei uns ein Tresen auf der Bühne steht, funktioniert auch der Zapfhahn.“ Dann erinnert er daran, wie die Komödianten im vergangenen Jahr für „Leberkäs’ und rote Strapse“ in weniger als einer Viertelstunde ein bürgerliches Wohnzimmer in einen verruchten Nachtclub verwandelten. Jetzt proben sie „Tango zum Leichenschmaus“.

Theater wird beim Turn- und Sportverein des Groß-Umstädter Stadtteils bereits seit 1989 gespielt, und es gibt viele Querverbindungen zu anderen Veranstaltungen, bei denen der Schalk im Nacken sitzt – der Kerb beispielsweise, für die sich Brigitte Volland gern den Zylinder aufsetzt und die Kerbrede hält. Und auch zur Fastnacht, die inzwischen eingeschlafen ist, was im Kreis der Theaterleute allgemein bedauert wird. Schließlich haben Komödianten wie Volland, Peter Storck, Bernd Müller und andere die Menschen auch bei diesen Anlässen immer wieder zum Lachen gebracht.

Neun Laienschauspieler werden diesmal auf der Bühne stehen: Volland, Müller, Storck, Birgit Duschek, Natascha Kowalzik, Jürgen Müller, Jenny Moed, Philipp Ohl und – als Neuling – Marius Störlein. „Im Grundsatz haben wir das Stück schon vor vier Jahren gespielt“, verrät Mario Volland, „und wir hatten keine Lust, uns wieder durch 30 Vorlagen zu lesen, um daraus eine Auswahl zu treffen. Aber proben müssen wir trotzdem, weil manches etwas anders wird und vieles inzwischen doch in Vergessenheit geraten ist.“

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Die intensive Phase des Probens hat nach dem Winzerfest begonnen, am Wochenende wird die Technik eingerichtet, und dann geht es ans Bühnenbild, das bei den Proben noch ziemlich „minimalistisch“ aussieht. Die Schauspieler sind dankbar, dass (Ehe-)Partner und Freunde mit Hand anlegen.

Viel Raum zur Entfaltung

Auf dem Programm steht, was man gemeinhin einen „ländlichen Schwank“ nennt. Er stammt aus der Feder von Franz Rosenhammer und hat eine Spieldauer von etwa 110 Minuten – ein beachtliches Pensum für Laien, auch wenn sie so viel Erfahrung haben wie zum Beispiel Bernd Müller. Er erinnert sich, dass die Gruppe einmal zwei Spieltermine für einen Tag angesetzt hatte – am Nachmittag und am Abend – und sagt: „Nie wieder. Da ist man schweißgebadet und kommt nicht einmal zum Duschen.“

Rosenhammer hat ein Szenario entworfen, das den Komödianten viel Raum zur Entfaltung bietet: Ein reicher Bauer liegt im Sterben, Sohn und Tochter können es kaum erwarten, das Erbe anzutreten. Das lustige Durcheinander beginnt mit zwei Anhaltern, die Tochter Anna angefahren hat und nun für die Erste Hilfe mit auf den Hof bringt.

Doch sind beide nicht so malad, als dass sie nicht Ausschau nach brauchbaren Wertsachen halten könnten. Dass sie dabei eine Leiche entdecken, kompliziert ihr Vorhaben freilich ungemein.

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Für Störlein wird es die Premiere seines Lebens. Er fehlt bei der Probe, aber seine Kollegen versichern, dass es ein Leichtes war, ihn zu überreden: „Er hat eine Rolle ohne viel Text. Er spielt nämlich die Leiche.“