Der Traum vom eigenen Laden

Roza Alhaj ist dabei, sich mit einem Cateringunternehmen selbstständig zu machen. Kostproben ihrer damaskinischen Spezialitäten gab es für die Gründerinnen, die sich im Pfälzer Schloss präsentierten. Foto: Dorothee Dorschel

Geschäftsgründerinnen aus dem Kreis und Darmstadt stellen sich in Groß-Umstadt vor. Sie berichten, wie ihnen der Verein Social Business Women beim Start geholfen hat.

Anzeige

GROSS-UMSTADT. Frauen Mut zum Schritt in die Selbstständigkeit machen will der Verein Social Business Women (SBW). Um zu zeigen, wie sich Gründungsideen umsetzen lassen und der Traum vom eigenen Unternehmen – auch im Nebenberuf oder während der Familienzeit – verwirklicht werden kann, hatte der Verein mit dem Groß-Umstädter Zentrum für Information, Beratung und Bildung (ZIBB) und dem Darmstädter Frauenkompetenzzentrum „Sefo femkom“ ins Pfälzer Schloss nach Groß-Umstadt geladen.

Vor etlichen Zuhörerinnen präsentierten sich Gründerinnen in unterschiedlichen Branchen aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg in Vorträgen und an individuellen Ständen. Sie alle hatten am SBW-Programm teilgenommen, welches Frauen eine berufliche Perspektive eröffnet und dabei besonders Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit bietet. Anhand vieler unterschiedlicher Beispiele wurde deutlich, wie sie auf ihre Geschäftsideen gekommen waren, auf welchen Wegen sie ihre Pläne umgesetzt haben und wie sie dabei im Rahmen des SBW-Programms unterstützt wurden.

Wie Eva Wilde-Gräf zum Beispiel, die sich mit hochwertigen Strickpullis selbstständig gemacht hat. „Ich hatte zwei kleine Kinder und keinen Krippenplatz, ich war teils unzufrieden und nicht in der Lage, allein eigene Lösungen zu finden. Bei dem Projekt haben uns die Damen an die Hand genommen und uns das Selbstvertrauen gegeben, an unsere Träume zu glauben“, ist die gelernte Modedesignerin (43 Jahre) dankbar. Ihre „Slow Fashion“ verkauft sie mittlerweile im Soulid Store in Darmstadt unter dem eigenen Label für Strickdesign und vergibt Termine zuhause.

Workshops und Einzelberatung zum Thema Sterbevorbereitung und einen anderen Umgang mit Schmerzen bietet Yoga Nidra-Anhängerin Sandra Euringer aus Seeheim-Jugenheim und schilderte hier leidenschaftlich die Erfolge mit dieser, besonders für traumatisierte Menschen geeigneten Form der Tiefenentspannung. Aus eigener Erfahrung möchte Euringer diese auch für sie so wichtigen Methoden für einen „bewussten Perspektivenwechsel“ an andere weitergeben.

Anzeige

Positive Beispiele ermuntern zum Nachmachen

Mit „Roza’s Kitchen“ unternimmt Roza Alhaj gerade erste Schritte als Gründerin. Die syrischstämmige 28-Jährige lebt seit 2014 mit ihrem Mann in Griesheim und möchte sich mit ihrem Cateringunternehmen selbstständig machen. Sie bietet damaskinisches Essen an, welches sie selbst zubereitet, nach Rezepten der Eltern gelernt, die in Damaskus ein Restaurant betrieben. Auf durchweg positives Echo sind die Buffets der Syrerin bisher gestoßen.

Gleich zwei Frauen bieten ihre Dienste beim Ordnung Schaffen und Halten an. Die eine als Aufräumhelferin im privaten Bereich, die andere mit professionellem Office-Managament, die effiziente Struktur in Büroabläufe bringen will.

„Frauen gründen anders“, weiß Andrea Balmerth, Geschäftsführerin des ZIBB. Mit viel Empathie, Know-how und Kompetenz habe ihre Projektleiterin Christine Vonderheid-Ebner dieses Anderssein begleitet. In den von ihr organisierten Trainings und Workshops stehen Finanzierung und Businessplan ebenso auf der Tagesordnung wie Marketing und Akquise, Beratung, Coaching und auch finanzielle Hilfe.

„Ich bin neugierig gewesen“, beschreibt Damenschneidermeisterin Giuliana Fetzer aus Darmstadt die Gründe für ihren Besuch hier. „Was die Frauen so zu erzählen haben, auf ihre Ideen und Visionen und was sie auf den Weg gebracht haben.“ „Ein eigener Laden, meine eigenen Ideen, das war schon immer mein Traum.“