Im Gedenken an Holocaust-Opfer
Mit dem Schicksal der Juden in Griesheim und der Verlegung weiterer Stolpersteine beschäftigte sich der 2013 gegründete Arbeitskreis Stolpersteine, der dem Verein...
GRIESHEIM. Mit dem Schicksal der Juden in Griesheim und der Verlegung weiterer Stolpersteine beschäftigte sich der 2013 gegründete Arbeitskreis Stolpersteine, der dem Verein Heimatmuseum Griesheim angegliedert ist, in seiner turnusmäßigen Sitzung. Wie Heike Jakowski ausführte, lebten 1933, im Jahr der nationalsozialistischen Machtübernahme, insgesamt 84 Juden in Griesheim.
Um die Geschichte aufzuarbeiten und für eine freie, tolerante, die Menschenrechte achtende Gesellschaft einzutreten, wurden für 27 von ihnen bereits Stolpersteine verlegt. Eine Spendenzusage für weitere elf Verlegungen liegt nun vor. Der Arbeitskreis einigte sich darauf, für die fünfköpfige Metzgerfamilie May, die im Mai 1937 nach New York auswanderte, für die fünfköpfige Familie Buxbaum und die im gleichen Haus wohnenden Schwestern Selma Wolff und Emma Jüngster Steine verlegen zu lassen und damit an weitere Opfer des nationalsozialistischen Regimes zu erinnern.
Möglicher Termin am 9. November
Mit den Anwohnern soll zeitnah gesprochen, ein entsprechender Termin bei dem Künstler und Projektleiter Gunter Demnig beantragt werden. Absoluter Wunschtermin für die Verlegung ist der 9. November und damit der Tag, an dem sich die Pogromnacht zum 80. Mal jähren wird. „Dieser Termin würde uns begeistern, selbstverständlich sind wir aber für jeden Termin offen“, erklärte Heike Jakowski.
Wie Gabriele Winter, die Vorsitzende des Vereins Heimatmuseum Griesheim, betonte, werde der Verein an diesem Tag auf jeden Fall eine besondere Veranstaltung organisieren. Die Mitglieder des Arbeitskreises begrüßten diese Initiative und machten erste Vorschläge. Eventuell könne der Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge in der Hintergasse aufgewertet oder durch Licht- und Ton-Projektionen am Haus Löb in der Groß-Gerauer-Straße das damalige Geschehen transparent gemacht werden, meinten sie.
Von ihrer Reise nach Jerusalem zur Holocaustgedenkstätte Yad Vashem und der Übergabe der Gedenkblätter von den vor dem Nationalsozialismus in Griesheim lebenden Juden an Zvi Bernhardt, stellvertretender Direktor der Halle der Namen, berichtete Gunhild Menges in Wort und Bild.
Zum Tagesordnungspunkt „Öffentlichkeitsarbeit“ erinnerte Heike Jakowski an die Lesung des Briefwechsels „Empfänger unbekannt“ im November vergangenen Jahres, die rund 70 Zuhörer anlockte und stellte eine eigene, von Anne Holtmann-Mares erstellte Website vor. Ob diese allerdings auch öffentlich gemacht oder mit der Homepage des Museumsvereins verknüpft werden soll, blieb offen.