„Pauschalisierungen sind unethisch“

Der AfD-Kreisbeigeordnete Thomas Lindgren hat in einer, wie er betont, persönlichen Stellungnahme auf das Scheitern der AfD-Unterlassungsklage gegen Grünen-Politikerin Hülya...

Anzeige

MÜNSTER/EPPERTSHAUSEN/PFUNGSTADT. Der AfD-Kreisbeigeordnete Thomas Lindgren hat in einer, wie er betont, persönlichen Stellungnahme auf das Scheitern der AfD-Unterlassungsklage gegen Grünen-Politikerin Hülya Lehr aus Münster vor dem Amtsgerichts Dieburg reagiert (wir haben berichtet).

Lindgren schreibt: „Nachdem Frau Lehr Posts mit rechtsradikalem und rassistischem Inhalt im Internet gefunden hatte, die ein (inzwischen) ehemaliges AfD-Mitglied auf einer selbstgebastelten angeblichen Homepage des AfD-Ortsverbands Münster/Eppertshausen verbreitet hatte, bezeichnete sie den gesamten Ortsverband öffentlich als rechtsradikal und rassistisch. Weil die Klage in dieser Sache aus formalen Gründen scheiterte, bedeutet das nicht, dass Frau Lehrs Vorwürfe berechtigt sind. Aber was mich beunruhigt ist die Tatsache, dass kein Vertreter einer Partei oder sonstigen Interessensvertretung darauf hinweist, dass in der politischen Diskussion Pauschalisierungen regelmäßig unwahr und vor allem unethisch sind: Nicht alle Grünen sind rauschgiftsüchtig, weil ein Abgeordneter dieser Partei Crystal Meth konsumiert; nicht alle SPD-Mitglieder sind pädophil, weil ein Abgeordneter sich gerne Kinderpornographie anschaut; nicht alle Moslems sind islamistische Gewalttäter. Viele AfD-Mitglieder haben zuvor anderen Parteien angehört und ihre politische Einstellung seitdem nicht geändert. Wofür die AfD offiziell steht, ist im Grundsatzprogramm aus dem Jahre 2016 nachzulesen. Und aus diesem gehen keine rechtsradikalen, rassistischen oder antisemitischen Tendenzen hervor.“