Münster bewirbt sich um Stadtumbau-Millionen

Es hätte gar nicht mehr der ausführlichen Erläuterungen bedurft, die Münsters Bürgermeister Gerald Frank (SPD) zum Vorschlag des Gemeindevorstands gab, eine Bewerbung für...

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MÜNSTER. Es hätte gar nicht mehr der ausführlichen Erläuterungen bedurft, die Münsters Bürgermeister Gerald Frank (SPD) zum Vorschlag des Gemeindevorstands gab, eine Bewerbung für das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau“ abzugeben. Bereits in den Ausschüssen hatte sich ein einmütiges positives Votum abgezeichnet.

Gerald Frank blickte zuerst auf den alten Münsterer Ortskern und stellte fest, dass man darauf stolz sein könne: „Viele Gebäude stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert. Gut erhaltene Fachwerkhäuser prägen das Erscheinungsbild und geben dem alten Stadtkern seinen typischen Charme.“ Gleichwohl gibt es eine Mängelliste: „Die Altstadt hat mit Leerständen zu kämpfen.“ Und: „Viele Gebäude sind sanierungsbedürftig.“

Abhilfe in drei Stufen

Die Problemlage ist schon länger im Fokus der Politik. Die Bewerbung für das Bund-Länder-Programm sei nun die erste Stufe. Vorgeschaltet sei eine Analyse des Innenentwicklungs-Potenzials durch die Kreisverwaltung. „Dabei werden Leerstände und Entwicklungsmöglichkeiten im alten Ortskern erkundet.“

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Stufe zwei sei das Forschungsprojekt „Kommunen innovativ“ der TU Darmstadt, das zu 100 Prozent vom Bund finanziert wird. Münsters Teilnahme ist gesichert; am 1. März soll es losgehen. Der Fokus liegt auf dem Ortskern, die Prämisse lautet: „Historische Ortskerne weisen häufig Defizite auf. Viele Gebäude entsprechen weder aktuell nachgefragten Wohnungszuschnitten noch heutigen energetischen Standards.“ Es wird Bürgerworkshops geben, bei denen dann gemeinsam Ideen erarbeitet werden.

Schließlich die dritte Stufe, das Programm „Stadtumbau in Hessen“: Es werde in diesem Jahr etwa 60 Bewerber geben, erläuterte Frank, von denen nur ein Drittel mit einer Aufnahme in die Förderung rechnen könne, bei der infrastrukturelle Baumaßnahmen mit zwei Drittel der Kosten bezuschusst werden. „Es ist das erste Mal, dass Münster sich für ein solches Förderprogramm bewirbt“, so der Bürgermeister. Ziel sei es, ein städtebauliches Entwicklungskonzept zu erstellen, „das vor allem an den Folgen des demografischen und wirtschaftlichen Wandels orientiert ist“.

Die Projektvorschläge dafür beschränken sich nicht auf den Ortskern. Die Stichworte sind „neue grüne Achse“ vom Bürgerpark über den Mäusberg, Friedhof, Rathausplatz, Bahnhof bis zur alten Mühle. Dort soll sich eine „blaue Achse“ – Synonym für das Wasser der Gersprenz – anschließen. Schließlich wird auch ein Entwicklungsareal im Süden der Gemeinde identifiziert: die Darmstädter Straße, das angrenzende Elima- und das Frankenbach-Gelände, auch das Hallenbad und sein Umfeld.

Das mögliche Volumen des auf zehn Jahre angelegten Programms wird auf gut zehn Millionen Euro beziffert, von denen die Gemeinde rund ein Drittel zu tragen hätte.