Sichere Unterkunft und Schulabschluss mit Hilfe aus Bickenbach

Freude spenden und Selbstvertrauen vermitteln gehört ebenfalls zu den Zielen, die sich der Bickenbacher Verein für den Aufbau eines Heims für ledige Mütter in Sri Lanka gesetzt hat. Foto: Young Mothers‘ Hope Sri Lanka

Der neue Bickenbacher Verein „Young Mothers’ Hope“ will ein Heim für ledige junge Mütter in Sri Lanka aufbauen. Kommune unterstützt das Vorhaben mit 2000 Euro.

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BICKENBACH. Im Mai dieses Jahres hat die Bickenbacherin Nora Wenz zusammen mit zwölf weiteren Unterstützern den Verein „Young Mothers’ Hope Sri Lanka“ gegründet, um mit einem Mutter-Kind-Heim dort junge Frauen, die ungewollt vor der Ehe schwanger geworden sind, zu unterstützen.

„Diese Idee habe ich in diesem Jahr während eines mehrmonatigen Aufenthalts in Sri Lanka entwickelt, als ich zwei Monate lang im Elya-Kinderheim in Tangalle als Freiwillige gearbeitet habe“, berichtet Nora Wenz, die derzeit ihr Referendariat leistet. Mit diesem Projekt will der junge Bickenbacher Verein in der Nähe von Tangalle ein sicheres und stabiles Zuhause für junge alleinstehende und werdende Mütter schaffen, da diese jungen Frauen, oft ohne Schulabschluss, wegen ihrer Schwangerschaft nicht mehr bei ihren Familien leben dürfen. Finanziell unterstützt wird der Verein dabei durch die Gemeinde.

„Das vorwiegend buddhistisch orientierte Land hält nach wie vor an strengen moralischen Vorstellungen fest, dazu gehört auch diese harte Einstellung gegenüber unverheirateten schwangeren Frauen und Mädchen“, erläutert Nora Wenz. Mit der Hilfe ihres Vereins sollen die Betroffenen während ihrer Schwangerschaft medizinisch und psychologisch begleitet werden und im künftigen Mutter-Kind-Heim des Vereins mit ihren Babys leben. „Für uns steht dabei vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe für die einzelnen jungen Frauen und Mädchen im Vordergrund“, beschreibt Nora Wenz die Intentionen ihres Vereins. So sollen die Frauen, wenn sie mit ihren Kindern im Heim leben, die Chance auf einen Schulabschluss und berufliche Bildung erhalten.

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Derzeit läuft bei Young Mothers’ Hope die Planung für das künftige Heim. Bevorzugt wird derzeit ein Neubau, der Platz für anfangs zehn Mütter und ihre Neugeborenen bieten soll und die Möglichkeit zu einer Erweiterung bietet. Die Mütter sollen schon während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung kommen, wobei dabei mit dem zuständigen Sozialamt vor Ort zusammengearbeitet wird. Durch das Angebot zu Schulabschluss und Berufsausbildung sollen die jungen Frauen die Möglichkeit erhalten, sich anschließend mit ihrem Nachwuchs finanziell unabhängig durchs Leben zu bringen.

„Ich habe bereits bei zwei Aufenthalten in Sri Lanka viele Fragen zum Projekt geklärt und dabei auch deutlich gesehen, wie groß der Bedarf an einer solchen Hilfe ist“, stellt Nora Wenz fest. Die örtlichen Behörden reagierten durchaus positiv auf ihr Vorhaben und hätten bereits die Zustimmung zur Gründung des Heims signalisiert. Wenz verweist dabei darauf, dass die von ihrem Verein geplante Variante mit der Bildung und Ausbildung der jungen Frauen insgesamt eher eine Ausnahme in Sri Lanka sei.

Die Spende der Gemeinde wird vor allem für den Einstieg ins Projekt genutzt, auch um es in größerem Umfang bekannt zu machen und noch weitere Spenden dafür zu sammeln. Am 21. Dezember plant der Verein eine Weihnachtsfeier mit der Vorstellung seines Vorhabens. Weitere Informationen unter Young Mothers’ Hope Sri Lanka.