Ökostrom im Pflanzgewann

Eines der Häuser im Bickenbacher Pflanzgewann, die Solarstrom produzieren und auch selbst verbrauchen werden. Foto: Karl-Heinz Bärtl   Foto: Karl-Heinz Bärtl

Vorbildcharakter hat die Zusammenarbeit zwischen der GGEW AG und der Firmengruppe Dreher bei zwei Mehrfamilienhäusern auf dem früheren Delfa-Firmengelände unweit des...

Anzeige

BICKENBACH. Vorbildcharakter hat die Zusammenarbeit zwischen der GGEW AG und der Firmengruppe Dreher bei zwei Mehrfamilienhäusern auf dem früheren Delfa-Firmengelände unweit des Bickenbacher Bahnhofs, denn hier wird das erste Mieterstrommodell des Bensheimer Energieversorgers realisiert. Details wurden beim Ortstermin des gemeindlichen Bauausschusses vorgestellt.

Module produzieren bis zu 15 000 Kilowattstunden

Ab diesem Monat werden dank dieser Kooperation auf den beiden Häusern Fotovoltaikanlagen errichtet, deren Module rund 15 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren, die zu 80 Prozent von den 30 Mietparteien direkt verbraucht werden, während der Überschuss ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dadurch können sie rund 30 Prozent ihres Stromverbrauchs mit dem Solarstrom abdecken. „Man muss bei diesem Modell nicht der Hauseigentümer mit eigener Dachfläche sein, um vom günstigen Ökostrom zu profitieren, sondern das ist damit auch den Mietern möglich“, kommentiert GGEW-Vorstand Carsten Hoffmann.

„Wir bringen damit die Energiewende zurück in die Stadt, wo es riesige Potenziale für die Voltaikanlagen bei den Mehrfamilienhäusern gibt, von denen auch die Mieter profitieren können“, sagt Bereichsleiter Rainer Babylon. Auch in Sachen Elektromobilität ist die Wohnanlage im Bickenbacher Pflanzgewann ein Modell, denn in der Tiefgarage sind zwei Ladestationen installiert worden, mit denen die Mieterfahrzeuge den auf dem Dach erzeugten Ökostrom zum Betanken ihrer Elektrofahrzeuge nutzen können. Der Energieversorger aus Bensheim übernimmt auch dafür Planung, Bau, Betrieb und Abrechnung der Ladestationen.

Anzeige

Der gebürtige Bickenbacher Horst Dreher als Seniorchef der Firmengruppe ging beim Ortstermin auf den nicht einfachen Werdegang dieses Projekts auf dem früheren Delfa-Firmengelände ein, das einmal wegen der Lage in Nachbarschaft der Main-Neckar-Bahn Lärmschutz, aber auch die Umlegung des Hauptsammlers der Nachbargemeinde Seeheim-Jugenheim zur Verbandskläranlage erforderlich machte. Hier sind inzwischen Reihen- und Doppelhäuser durch eine Wohnbaufirma entstanden sowie die beiden Mehrfamilienhäuser und vier Doppelhaushälften durch die Firmengruppe Dreher.

„Wir haben diese Wohnungen vor allem für Mieter ab 55 Jahren aufwärts konzipiert, die später auf Wunsch in das benachbarte betreute Wohnen in unserer Anlage an der Berta-Benz-Straße umziehen können“, sagte Horst Dreher. Wie er berichtet, sind derzeit schon ein Drittel der neuen Wohnungen vermietet und die ersten auch bezogen, obwohl der offizielle Fertigstellungstermin erst der 1. Oktober ist. Bis zum 30. Juni des kommenden Jahres sollen alle Wohnungen vermietet sein.

Für die Bickenbacher Kommunalpolitik fasste Parlamentschef Markus Hennemann (SPD) die Vorzüge des Projekts zusammen. „Hier wurden Wohnen, Parken und das Thema Verkehr gut gelöst und auch ein Spielplatz eingeplant“, sagte er und verwies darauf, dass die Anlage auch für andere Bereiche in Bickenbach zum Vorbild werden könnte.