Ein schmuckes Wohngebiet

Innerhalb weniger Jahre hat sich in Langstadt nahe der Ortseinfahrt (aus Richtung Babenhausen kommend) ein ehemaliges Fabrikgelände in ein kleines Wohngebiet verwandelt. Foto: Michael Prasch  Foto: Michael Prasch

Innerhalb von nicht einmal einem halben Jahrzehnt ist im Babenhäuser Stadtteil Langstadt nahe der Ortseinfahrt aus Richtung Babenhausen ein schmuckes Wohngebiet auf einem...

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LANGSTADT. Innerhalb von nicht einmal einem halben Jahrzehnt ist im Babenhäuser Stadtteil Langstadt nahe der Ortseinfahrt aus Richtung Babenhausen ein schmuckes Wohngebiet auf einem Gelände entstanden, auf dem seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Särge hergestellt wurden. Auf einem Gelände von rund 1,5 Hektar wurden in den vergangenen drei Jahren knapp 30 Häuser errichtet.

Dort wird längst gewohnt. Bald kann auch der sogenannte Endausbau an Straßen und Gehwegen vorgenommen worden. Und der Spielplatz für die Kinder ist auch noch zu komplettieren.

Die Vermarktung der Bauplätze auf dem quadratisch gestalteten Wohngebiet „Nördlich der Fabrikstraße“ war zügig erfolgt. Die Plätze wiesen Flächen von etwa 350 bis 650 Quadratmeter auf. Die Bebauungsplanbezeichnung erinnert an die einstige Produktionsstätte, in der ab 1962 Särge gefertigt wurden – auch aus Holz, das in südhessischen Wäldern herangewachsen war.

Nach und nach war das Sortiment mit Särgen anderer deutscher und europäischer Hersteller erweitert worden. Bis dann vor vier Jahren das Unternehmen „Schmitt & Deuser“ die gesamte Produktionsanlage ins fränkische Kleinheubach, etwa 35 Kilometer von Langstadt entfernt, verlagerte. Damit endete für Langstadt die „Industriegeschichte“ der sogenannten Nachkriegsjahre.

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Rückblick: Die Betriebsverlagerung hätte es wahrscheinlich nicht gegeben, wenn es der Firma gelungen wäre, sich in Langstadt – wie vor mehr als einem Jahrzehnt angestrebt – ein zweites Standbein mit der Errichtung eines Krematoriums zu schaffen. Aber dagegen liefen die Langstädter Sturm – vor allem die Bewohner in der Nachbarschaft des einstigen Fabrikgeländes. Und auch in der Kommunalpolitik war eine abwehrende Haltung zu verzeichnen.

Für knapp 200 Euro pro Quadratmeter

Stattdessen zeigten sich die Politiker entgegenkommend, als es darum ging, einstiges „Gewerbegelände“ für die Wohnbebauung umzuwandeln. Die Bauplätze konnten im Gebiet „Nördlich der Fabrikstraße“ für etwa knapp 200 Euro je Quadratmeter vermarktet werden, nachdem die Fabrikgebäude rasch abgebrochen und das Gelände für eine Wohnbebauung freigeräumt worden war.

Fazit: Es fand alles ein gutes Ende. Und in Langstadt lässt es sich abseits großer Verkehrswege am Rand des Odenwalds ruhig und gut leben. Denn es ist zum Beispiel eine Grundschule vorhanden; und es gibt Lebensmittel vor Ort zu kaufen. Nicht zuletzt ist das Vereinsleben intakt.