Drei Tage Open-Air-Erlebnis

Ausgelassen feiern Besucher bei einer Afterwork-Party am ersten Tag des „Seebebens“ in Sickenhofen. Zum Auftakt lauschen sie den Klängen der „Lieblingsband“.Foto: Ursula Friedrich  Foto: Ursula Friedrich

Open-Air-Erlebnis „Seebeben“: Drei Tage lang ist der Baggersee an der B 26 das Mekka für Party-Fans und Musikfreunde. Mit einem „Vorbeben“ haben die Handballer der SG...

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SICKENHOFEN. Open-Air-Erlebnis „Seebeben“: Drei Tage lang ist der Baggersee an der B 26 das Mekka für Party-Fans und Musikfreunde. Mit einem „Vorbeben“ haben die Handballer der SG Rot-Weiß Babenhausen am Donnerstag das 9. Beach-Festival am Sickenhöfer See gestartet.

Weißer Sand, Palmen, romantische Abendstimmung. Eiswürfel klirren in Cocktails. In den Liegestühlen lümmeln sich Menschen. Eine Gitarre lässt die Ära von Musikerlegende Jimi Hendrix auferstehen. Das Areal wird zum Auftakt des dreitägigen Seebebens von mehreren hundert After-Work-Gästen bevölkert.

Das Gros der Gäste ist jenseits der 30; aber auch mit 50 muss man sich nicht als „Grufti“ fühlen. Die Atmosphäre ist entspannt – noch. „Morgen sind House, Electro und Hip-Hop angesagt“, erklärt Wolfgang Kettler, Pressesprecher des Seebeben-Teams. Dann verjüngen sich Publikum und Interpreten, der Boden bebt, die Beats vibrieren, auf dem Partysand herrscht Gedränge.

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Am heutigen Samstag sind Familien eingeladen

Mit Bedacht haben die Handballer drei völlig unterschiedliche Veranstaltungen zu einem Event zusammengepackt. Auf die entspannte Afterwork-Party folgt die Beach-Party mit elektronischer Musik. Am heutigen Samstag sind tagsüber Familien zu Spiel, Spaß und Badevergnügen eingeladen – den Abend gestaltet „Pfund“ – eine Band, die für gehaltvollen Party-Spaß steht. Zudem spendieren die Veranstalter ihren Gästen ein Brillantfeuerwerk.

Das Seebeben ist in neun Jahren stark gewachsen – die Erfahrungen der Handballer auch. Man lernt hinzu, auch mal zu improvisieren. Um das Wetterrisiko zu streuen, wird mehrere Tage lang gefeiert. „Komplett geregnet hat es noch nie“, sagt Kettler, der diesmal sogar eine rundweg gute Wetterprognose auf der Handy-App registriert.

Nur fünf Leute zählt das Orga-Team „Seebeben“. Wenn es schließlich ans Umsetzen der Open-Air-Beach-Veranstaltung geht, sind rund 250 Vereinsmitglieder am Start. Etliche haben Urlaub genommen, um eine Woche lang ehrenamtlich anzupacken. Im Gegensatz zum zeitgleichen, deutlich größeren Metal-Festival in Wacken ist das Sickenhöfer Beben regional – fast gemütlich.

Dennoch sind es mehrere tausend Besucher, die an drei Tagen zum Feiern kommen. Wenn die Jüngeren zur BeachParty durchstarten, wird auch die Security aufgestockt. „Gewalttätige Vorkommnisse oder sexuelle Übergriffe gab es noch nie“, erklärt Wolfgang Kettler dankbar.

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Das Seebeben hat gleich mehrere „Nachbeben“ zur Folge. Am Samstag, 12. August, steht das inzwischen achte „Stadt-Land-Bass-Festival“ für Fans elektronischer Musik auf dem Programm. Ein anderer Veranstalter, „aber es gibt gute Synergieeffekte“, so die Babenhäuser Handballer.

Das Festivalgelände hat sich inzwischen gut gefüllt – ordentlich für eine Afterwork-Party. Ein fantastisches Intermezzo rosafarbener Nuancen liefert am Himmel schon fast Postkarten-Romantik. Die Musik wogt über das Wasser – laut, aber nicht zu laut. Im Liegestuhl räkeln sich Gäste, Smoothies und Caipirinhas genießend. „You can’t always get what you want“, schmettert die „Lieblingsband“ einen alten Hit der Rolling Stones von der Bühne – und straft Mick Jagger eigentlich Lügen. Die Zutaten für das entspannte „Vorbeben“ sind diesmal einfach perfekt.