Starkenburg Philharmoniker erhalten viel Applaus für...

Sarah Cossaboon und Antonio Rivera lassen als Duett die Herzen des Publikums höher schlagen. Foto:Thomas Wilken  Foto:

(wilk). Gelungener hätte der musikalische Einstand fürs neue Jahr wohl nicht sein können. Starkenburg Philharmoniker, die beiden Solisten Sarah Cossaboon und Antonio Rivera...

Anzeige

WALD-MICHELBACH. (wilk). Gelungener hätte der musikalische Einstand fürs neue Jahr wohl nicht sein können. Starkenburg Philharmoniker, die beiden Solisten Sarah Cossaboon und Antonio Rivera entführten zusammen mit dem amerikanischen Gastdirigenten Robert Trocina nach „Bella Italia“, dass in den Herzen der Besucher die Sonne aufging vor lauter südlicher Lebensfreude. Erst nach mehreren Zugaben durften die Künstler von der Bühne der Rudi-Wünzer-Halle gehen.

Das Land der unerfüllten Sehnsüchte

Die Sopranistin Sarah Cossaboon und Tenor Antonio Rivera hatten beide ihre eigenen Auftritte, liefen aber dann zu Höchstform auf, wenn sie Stücke im Duett darboten. Ohne die Leistung der Sängerin schmälern zu wollen, war der Tenor tonangebend. Wie Rivera „O sole mio“ in bestem Pavarotti-Stil schmetterte, war schon einsame Klasse. Jubelrufe nach seinen Darbietungen zeigten, wie er die Zuhörer in der sehr gut besetzten Halle begeisterte.

Damit auch das Auge auf dem italienischen Stiefel ankam, lief an der Seitenwand eine Diashow mit den schönsten Motiven aus dem beliebtesten Urlaubsland der Deutschen. Trocino, der, wie es der Name schon verrät, italienische Wurzeln hat, sorgte bereits beim ersten Einsatz für Aufsehen. Denn mit seinen weit ausholenden dirigierenden Bewegungen lebte er die einzelnen Stücke förmlich mit.

Anzeige

Moderatorin Dagmar Weber kennzeichnete den Stiefel als Land der unerfüllten Sehnsüchte, wohin in den 1960er und 70er Jahren quasi jeder Familienurlaub führte. Mit Puccinis „La Bohème“ schlug die Stunde der Solisten. Erst Rivera solo mit „Che gelida manina“, dann im Duett mit Cossaboon „O soave fanciulla“ zeigten, wie sehr die beiden harmonierten. Dass es Rivera mit Enrico Caruso aufnehmen kann, zeigt er dann in Rossinis „La danza Tarantella“. Seine wohltemperierte Stimme, die enorme Bühnenpräsenz und die klar akzentuierte Aussprache ließen die Gäste vor der Pause in Jubel ausbrechen.

Nach dem Barbier von Sevilla, ebenfalls von Rossini, schlägt dann wieder Riveras Stunde, sein „Nessun dorma“, bei dem die Halle in ihren Grundfesten erschüttert wird, lässt wirklich keinen einschlafen. Allein das Vincerò aus diesem Stück beweist, dass der Künstler zurecht in den bekanntesten Opernhäusern singt. Mit dem 50-köpfigen Ensemble der Philharmoniker hatte er kongeniale Partner an seiner Seite, die perfekt harmonierten.

Dass nach dem glänzenden „Funiculi, funiculà“ zum Ende noch lange nicht Schluss sein würde, war klar. Beim „Chianti-Wein“ durften alle mitsingen. Der Radetzkymarsch als krönender Abschluss zeigte Dirigent Trocino voll in seinem Element. Es hielt ihn kaum noch auf seinem Podest. Die Starkenburg Philharmoniker haben sich beim dritten Neujahrsauftritt im Überwald noch einmal selbst übertroffen.