Stadt Lorsch soll mehr tun

SPD-Fraktion kritisiert Mangel an bezahlbaren Wohnungen.

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LORSCH. (red). Die Lorscher SPD kritisierte bei ihrer letzten Fraktionssitzung, dass beim sozialen Wohnungsbau in der Stadt seit zwei Jahren nicht viel passiert sei. Denn prinzipiell gäbe es Gelände für soziale Wohnbebauung. Aktivitäten der Stadtverordneten aus dem Jahr 2017 aber lägen immer noch brach, bemängelte Peter Velten. Der Magistrat hatte Mitte 2018 berichtet, dass man im Gespräch mit Wohnbau-Genossenschaften sei und weitere Gespräche führen werde. Ein Jahr sei seitdem vergangen und sichtbar sei nichts passiert.

Nach Meinung der Fraktion solle der Bau von preiswerten Wohnungen höchste Priorität haben, sie will den Bürgermeister dazu drängen, endlich aktiv zu werden, teilt sie mit. Denn „nicht nur in deutschen Großstädten, auch in den Ballungsgebieten, also auch in Lorsch ist bezahlbarer Wohnraum praktisch nicht zu finden“, wie es der Fraktionsvorsitzende Dirk Sander formuliert. Positiv wertet die SPD jedoch, dass nach derzeitigem Stand auf dem ehemaligen Industriegelände östlich der Seehofstraße auch Flächen für bezahlbaren Wohnungsbau vorgesehen sind. Inwieweit die Pläne dann bei der tatsächlich Umsetzung greifen, sei noch nicht entschieden. „Fazit für die Lorscher SPD: In der Lagerhausstraße muss endlich etwas geschehen und müssen Sozialwohnungen gebaut werden“, schreibt die Fraktion in einer Mitteilung.

Zu der Sitzung war auch der Kreisbeigeordnete Karsten Krug eingeladen, um über die Situation in Bezug auf sozialen und bezahlbaren Wohnraum im Kreis Bergstraße zu berichten, teilt die Fraktion mit. Denn beim Kreis ist der Bau von Sozialwohnungen auf der Prioritätenliste ganz hoch angesiedelt, er kann diesen Wohnraum jedoch nicht selbst errichten. Er kann aber Städte und Gemeinden bei der Aufgabe unterstützen. Die Lorscher SPD-Fraktion zeigt sich erfreut darüber, dass der Kreis Bergstraße aktuell eine Wohnraumvermittlung im gesamten Kreis finanziell unterstützt. Es handelt sich um eine Leerstandsinitiative nach dem Modell „Vermiete doch an die Stadt“. Auch würde für genau dieses Thema eine neue Stelle bei der Wirtschaftsförderung zur Beratung der Städte und Gemeinden angesiedelt.

Weiterhin wurde die Teilnahme an dem Landes-Förderprogramm Baulandoffensive ausgeweitet, berichtete Krug. Künftig kann jede Kommune zwei Objekte dafür anmelden.

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Als positiv führte er an, dass das Land die direkten Zuschüsse für mietpreisgebundenen Wohnraum erhöht habe. Wichtig sei aber, dass sich Gemeinden auch mit Eigenmitteln an den Bauten beteiligten. Es müsse nicht unbedingt ein direkter Zuschuss sein, sondern könne auch die Einbringung eigener Grundstücke sein. Auch Veränderungen der Stellplatzsatzungen zugunsten sozialen Wohnungsbaus seien geeignete Maßnahmen.