Horst Wippler präsentiert im Drachenmuseum Messer, Skulpturen...

Metallene Drachen-Skulpturen von Horst Wippler verschönern in Lindenfels so manchen Garten. Eine ist nun Bestandteil der aktuellen Sonderausstellung im Drachenmuseum.Foto: Cornelia von Poser  Foto: Cornelia von Poser

Horst Wippler ist in Lindenfels kein Unbekannter. Viele Einheimische kennen den 62-Jährigen wegen seines Engagements beim örtlichen Schützenverein. Noch mehr Menschen kennen...

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LINDENFELS. Horst Wippler ist in Lindenfels kein Unbekannter. Viele Einheimische kennen den 62-Jährigen wegen seines Engagements beim örtlichen Schützenverein. Noch mehr Menschen kennen seine Metall-Arbeiten: Denn zahlreiche Drachenskulpturen, die in den Hauseingängen, Gärten und Vorgärten in Lindenfels zu finden sind, stammen aus Wipplers Werkstatt. Dass das Werk des ehemaligen Beamten jedoch viel mehr umfasst als Fabelwesen aus Schwarzblech, zeigt das Deutsche Drachenmuseum in Lindenfels derzeit in einer Sonderausstellung. Unter dem Titel „Kunst & Handwerk“ sind hier seit Fronleichnam Skulpturen aus Holz und Metall, Acryl-Malereien sowie handgefertigte Jagdmesser zu sehen.

Die Vielfalt und die Anzahl seiner Werke erklärt Wippler mit dem Motiv, dass ihn vor rund 15 Jahren zur Kunst brachte: Da ihm krankheitsbedingt nachts nur wenige Stunden Schlaf vergönnt sind, musste er sich Beschäftigungen suchen, wie er erzählt. Denn: „Die Nächte sind lang. Besonders im Winter.“

Zu der Herstellung von eigenen Jagdmessern kam der passionierte Schütze durch Zufall. In einer Zeitung sah er ein Bild von einem Messer mit der Unterschrift: „Ich war einmal eine Feile“, wie Wippler erzählt. „Feilen habe ich auch“, dachte der Lindenfelser, der sich „schon immer für schöne Messer interessiert“ hatte. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Unikate, die der sympathische Mann aus unterschiedlichsten Materialien und komplett in Handarbeit fertigt. Die Ergebnisse nach rund 40 Stunden Arbeit pro Stück bringen nicht nur Jäger ins Schwärmen und Staunen. Selbst die jeweils passende Scheide aus Leder hat Wippler für seine Messer gefertigt.

Im Dachgeschoss des Museums sind zudem einige kleinere Schnitzarbeiten zu finden. Sogar eine „Sparkrippe“ habe er geschaffen, wie der gebürtige Lindenfelser scherzt. Denn das entsprechende, harmonisch wirkende Werk aus Holz deutet anhand seiner Umrisse lediglich die Gestalten von Maria, Josef und dem in der Krippe liegenden Kinde an. Dazu sind vor allem Aktfiguren sowie ein kecker Harlekin ausgestellt. Stadtansichten und Stillleben, die Wippler farbenfroh und detailreich mit Acrylfarbe auf Leinwand gebannt hat, runden die Ausstellung ab und fanden bereits bei der Eröffnung viele Bewunderer. Und natürlich durfte auch ein Drachen nicht fehlen. Das ausgestellte, etwa einen Meter hohe Metallwesen, das unter anderem mithilfe eines Schweißgerätes entstanden ist, mutet fast wie ein Ritter in Rüstung an.

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Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Drachenmuseums (samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr) zu besichtigen.