Bürgermeister-Kandidat Andreas Heun will Lautertaler entlasten

Ins Mittelfeld will Andreas Heun – zumindest, was die Höhe der Lautertaler Grundsteuer B anbelangt. Foto: Karl-Heinz Köppner  Foto: Karl-Heinz Köppner

Am 24. September wählen die Lautertaler ihren neuen Bürgermeister – und haben dabei die Wahl zwischen Markus Bormuth und Andreas Heun, die beide als unabhängige Kandidaten...

Anzeige

LAUTERTAL. Am 24. September wählen die Lautertaler ihren neuen Bürgermeister – und haben dabei die Wahl zwischen Markus Bormuth und Andreas Heun, die beide als unabhängige Kandidaten antreten für die Nachfolge des vorzeitig in den Ruhestand versetzten Bürgermeisters Jürgen Kaltwasser (SPD).

Dieser war auf eigenen Wunsch zum 1. August in den Ruhestand gegangen, nachdem eine Deckungslücke im aktuellen Haushalt von 345 000 Euro bei der Abwasserbeseitigung zutagegetreten war. Derzeit führt der Erste Beigeordnete Helmut Adam die Geschäfte im Lautertaler Rathaus. Seine politischen Pläne stellte nun Andreas Heun vor, der mit einem Neuanfang für Lautertal wirbt. Der Geschäftsführer des Jobcenters in Darmstadt will für den Fall seiner Wahl vor allem die finanziellen Probleme der Gemeinde anpacken und für Kosteneinsparungen sorgen.

Ein wichtiger Aspekt ist für ihn die Reduzierung der Grundsteuer B, die wegen des Defizits von bisher 560 auf jetzt 750 Prozentpunkte erhöht wurde. „Viele Bürger haben sich im Gespräch mit mir verärgert über die Erhöhung gezeigt und über die hohe Belastung geklagt, etwa bei einem Einfamilienhaus von 500 Euro zusätzlich im Jahr“, erläutert er. Zur Rückführung der Grundsteuer müsse der Hebel in der Verwaltung mit kostengünstigeren Dienstleistungen angesetzt werden. Als Zuzugsgemeinde sei für Lautertal ein Grundsteuer-Hebesatz im Mittelfeld ein wichtiger Aspekt für die Standortattraktivität.

Ein weiterer Finanzaspekt ist für Heun, dass Lautertal so schnell wie möglich wieder den kommunalen Schutzschirm verlassen kann. Als Zeitpunkt dafür nennt er in seiner Planung das Jahr 2019. Kritisch betrachtet Andreas Heun auch die Höhe der Kassenkredite, die in der 7300-Seelen-Gemeinde bei derzeit sieben Millionen Euro liegen. Diesem Thema will er sich verstärkt dann widmen, wenn die Gemeinde den Schutzschirm verlassen hat. Dafür soll sie bereits zwischen 2019 und 2022 Rücklagen bilden, um von 2023 an wieder in öffentliche Infrastruktur investieren zu können. In den Ortsteilen will Heun die Infrastruktur erhalten.

Anzeige

Ein wichtiger Punkt ist für Heun auch der Umbau der Gemeindeverwaltung zu einem Dienstleistungszentrum mit zwei Fachbereichen, zum einen für die Gremienarbeit und zum anderen für die Bürger. „Dafür muss eine Reorganisation der Verwaltung vorgenommen werden“, sagt er und verweist auf aktuelle Defizite etwa bei der Digitalisierung oder beim Bürgerservice.

Verstärken will er über das bisherige Maß hinaus die interkommunale Kooperation und nennt als mögliche Bereiche die Kasse, die Personalabrechnung oder auch das Standesamt. Ein Bürgerbüro hält er ebenfalls für erforderlich als zentrale Anlaufstelle. „Ich will die Bürger stärker einbeziehen und auf sie zugehen mit Bürgerinformationen oder auch mit regelmäßigen Bürgersprechstunden und die dabei gewonnenen Erkenntnisse auswerten und in die Politik aufnehmen“, sagt Heun.