Fuchsbuckel-Prozess: Kurzer Verhandlungstag

Archivfoto: Vanessa Körber

Der Verteidiger des Autobahnrasers stellt am achten Verhandlungstag einen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Verhandlung geht am 20. September weiter.

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DARMSTADT/HEPPENHEIM. Kurz war der achte Verhandlungstag im Prozess um die tödliche Pkw-Kollision auf dem Autobahnparkplatz "Fuchsbuckel" bei Heppenheim. Die Verteidigung stellte einen Befangenheitsantrag gegen die drei Berufsrichter der Jugendkammer des Darmstädter Landgerichts.

Der seit heute 19 Jahre alte Angeklagte war am 30. Dezember auf der A 5 vor der Autobahnpolizei geflüchtet, auf den Parkplatz Fuchsbuckel abgefahren und mit 110 Stundenkilometern in ein parkendes Auto gerast. Dabei wurde eine 39 Jahre alte Düsseldorferin tödlich und deren zehnjähriger Sohn schwer verletzt. Der Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag Flucht und Unfall eingeräumt, aber eine Mordabsicht bestritten.

Der Angeklagte und seine Verteidiger kritisieren, dass die Kammer vor drei Tagen ein rechtsmedizinisches Gutachten zum Zustand des jungen Manns unmittelbar nach der Kollision abgelehnt hatte. Sein Mandant befürchte, dass das Gericht eher an einem ergebnisorientierten und schnellen als einem sorgfältigen Verfahren interessiert sei, sagte Rechtsanwalt Sebastian Scharmer.

Angeklagter spricht von Gedächtnislücke

Zu dem Zeitpunkt hatte ein Polizist kurz mit dem Angeklagten gesprochen, der sich das Becken und einen Oberschenkel gebrochen hatte. Der damals 18-Jährige hatte laut dem Beamten gesagt, dass er keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen habe, als ihn die Streife kontrollieren wollte. Aus Sicht der Verteidigung ist die Aussage unverwertbar. Der Angeklagte hatte erklärt, dass er eine Gedächtnislücke habe. Sie beginne mit dem Einlenken auf den Parkplatz und ende und bei einer Untersuchung im Kernspintomografen in Heidelberg. Der psychiatrische Gutachter Peter Haag hatte eine Erinnerungslücke mangels Kopfverletzungen als wenig plausibel bezeichnet.

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Damit endete der Verhandlungstag nach 30 Minuten. "Wir unterbrechen bis zum 20. September, 13.30 Uhr", sagte der Vorsitzende Richter Marc Euler.