Ein überraschendes Studien-Ergebnis

Im August 2017 ist eine Auswertung der Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE)-Studie erschienen. Darin wurde untersucht, wie die Fett- und Kohlenhydrataufnahme durch...

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KREIS BERGSTRASSE. Im August 2017 ist eine Auswertung der Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE)-Studie erschienen. Darin wurde untersucht, wie die Fett- und Kohlenhydrataufnahme durch Nahrung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängt. Hierzu wurden Daten von 135 335 Teilnehmern aus 18 Ländern und fünf Kontinenten ausgewertet. Die Ernährung der Teilnehmer wurde mit Fragebögen festgestellt – die Nachbeobachtungszeit lag zwischen 5,3 und 7,4 Jahren.

Es zeigte sich, dass ein hoher Kohlenhydratanteil bei der Ernährung zu einer höheren Sterblichkeit im Beobachtungszeitraum führte. Dagegen war ein hoher Fettanteil, insbesondere ein höherer Anteil an gesättigten tierischen Fetten, mit einer geringeren Sterblichkeit behaftet. Weiterhin traten bei höherem Fettanteil weniger Schlaganfälle auf.

Dies steht im Widerspruch zu derzeitigen Ernährungsempfehlungen. Zwangsläufig entdecken Kritiker einer wissenschaftlichen Studie immer methodische Mängel und Gründe, warum unpassende Daten nicht gültig sein sollen. Die Daten dieser Studie sollten also nicht dazu führen, hemmungslos dem Konsum von gesättigten tierischen Fetten zu verfallen.

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Die umfangreichen Daten der zahlreichen Ernährungsfragebögen und der langen Nachbeobachtung haben mehrere Publikationen ermöglicht. Weniger populär ist eine Veröffentlichung in derselben Zeitschrift aus denselben Daten – dort wird gezeigt, dass Gemüse und Obst mit einer geringeren Sterblichkeit verbunden sind. Ungünstig sind wahrscheinlich, wie bisher schon erkannt, raffinierter Zucker, weißes Mehl und Fertigprodukte.

Doch was bedeutet das für uns? Wer gesund leben will, kocht am besten selbst. Die gemeinsame Vorbereitung von Mahlzeiten mit Freunden, in der Familie mit den Kindern oder Enkeln ist ein schönes Ritual mit vielen Vorteilen, die weit über eine sinnvolle Ernährung hinausgehen.

Regionale Produkte sowie Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten sind gut. Das günstige Klima und breite Angebot an der Bergstraße sind kaum zu schlagen. Man muss fürchten, dass besonders ungünstige Nahrungsmittel, beispielsweise Fertiggerichte, besonders aktiv beworben werden.

Nun werden gerade unsere Senioren schmunzeln. Denn früher war alles so. Unser modernes Leben ist anders getaktet – fürs Kochen finden zu viele Menschen keine Zeit. Doch es liegt an jedem Einzelnen, wie der Alltag gestaltet wird.

Von Dr. Uwe Seitz