Stiller Abschied von den Lampertheimer Stammgästen

Frodo Vafiadou, Angelos Karavasilos und Katerina Vafiadou (von links) müssen ohne große Feier von ihren Stammgästen Abschied nehmen. Foto: Thorsten Gutschalk

Das Restaurant „El Greco“ schließt. Familiäre Gründe geben den Ausschlag für die Entscheidung.

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LAMPERTHEIM. Jede Menge Ouzo, würziges Gyros, heißes Moussaka und zitronensaure Dolmades: Wie gerne hätte Katerina Vafeiadou die Tische in ihrem Lokal „El Greco“ am Lampertheimer Hundeplatz zum Abschied noch einmal richtig vollgestellt. Doch eine große Abschlusssause muss leider ausfallen. Nach 15 Jahren Gastronomie ist für die gebürtige Deutsche mit den griechischen Wurzeln nun Schluss. Vafeiadou und ihr Mann Angelos Karavsilis schließen ihr Restaurant. Der Pachtvertrag, der zum 1. August ausläuft, wird seitens der Unternehmerin nicht verlängert.

Doch entgegen allen Erwartungen ist dieser Schritt nicht der Pandemie geschuldet: „Unsere Entscheidung stand schon vor Corona fest“, sagt die 37-Jährige, die familiäre Gründe als Motivation nennt. Vier Kinder im Alter von sieben, zehn, elf und 17 Jahren hat das Paar, und der Familie soll ganz allgemein mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dafür wird Katerina Vafeiadou wieder in ihrem erlernten Beruf anfangen: „Ich bin Kinderpflegerin und ich freue mich schon auf ganz viel Trubel und kleine Rasselbanden.“ Doch mit der Bekanntgabe der Schließung von „El Greco“ wird der vierfachen Mutter auch bewusst, dass ihr Leben sich gewaltig ändern wird. „Die Gastronomie hat in unserem Leben schon immer eine Rolle gespielt, und sie wird uns sicher fehlen.“

Schon Vafeiadous Eltern hatten ein Restaurant betrieben in Biblis. Von ihnen hat die Gastronomin auch alles gelernt und abgeschaut, Familienrezepte in der eigenen Küche dann nachgekocht und das Geschäft sozusagen übernommen. Mama Froso war aber immer mit von der Partie. „Sie hat uns immer unterstützt“, versichert Vafeiadou. Dass beide Frauen den Kochlöffel für immer an den Nagel hängen – kaum vorstellbar. Das entspreche auch nicht dem griechischen Lifestyle. „Wir werden im Privaten natürlich weiterkochen und hoffen, dass wir mit Bekannten und unserer Familie bald schon wieder in einer größeren Gruppe zusammenkommen können.“

Auf die Frage, ob das Coronajahr den anstrengend war, winkt die resolute Frau ab: „Na ja, es war eben anders. Der Außer-Haus-Verkauf lief weiter und wir sind etwas traurig, dass wir uns nicht bei normalem Betrieb verabschieden konnten.“ Ansonsten aber habe sich das Team gemeinsam durchgebissen. Und dank der Treue der langjährigen Kunden ging es weiter. Wer noch Gutscheine habe, könne sie in Bargeld umtauschen. „Das ist selbstverständlich“, betont die Wirtin. Um die Räumlichkeiten tut es ihr auch ein bisschen leid. So hofft Katerina Vafeiadou, vielleicht einen Nachmieter zu finden. „Wer Interesse hat, unseren auslaufenden Pachtvertrag bis spätestens August zu übernehmen, kann sich gerne melden“, sagt sie. Seit der Bekanntmachung stehe das Telefon nicht mehr still: Am Apparat Stammgäste und Kunden, die sich verabschieden und die Vafeiadou und ihrer Familie danken wollen für Urlaubsgefühl auf dem Teller und unvergessliche Besuche.