Die Präsentation zählt

Der Anteil am Online-Handel steigt zwar an – aber nicht alle Firmen nutzen die Gelegenheit, um ihren Vertrieb für die digitale Gegenwart fit zu machen.Archivfoto: dpa  Foto:

Man nimmt sieben bis acht am Tag von ihnen in die Hand. Sie sind in der Regel praktisch, schaffen Vertrauen – und kosten im Zweifel nicht sehr viel, haben aber für...

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LAMPERTHEIM. Man nimmt sieben bis acht am Tag von ihnen in die Hand. Sie sind in der Regel praktisch, schaffen Vertrauen – und kosten im Zweifel nicht sehr viel, haben aber für Verteilenden einen äußerst positiven Effekt. Die Rede ist von Werbeartikeln. Kugelschreiber, Kalender, Kaffeetassen und Co. – fast jeder nimmt sie mal zur Hand, und nicht selten ist darauf ein Firmenname aufgedruckt.

Längst nicht alle Firmen haben Werbeartikel

Die Lampertheimer Druck- und Werbeagentur cocoons ist darauf spezialisiert und konnte beim sechsten Unternehmerfrühstück in der Volksbank Zahlen präsentieren, was Helmut und Fabian Scheid gerne taten. Beispiel: Nur gut 45 Prozent an deutschen Unternehmen lassen überhaupt Werbeartikel herstellen, am häufigsten machen dies Großunternehmen. Dabei, so Fabian Scheid, sei ihre Wirkung ziemlich simpel: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.“ Hinzu komme ihr praktischer Nutzen, zwischen sechs und acht Monate sind Werbeartikel im Schnitt im Gebrauch. Allerdings gibt es auch steuerrechtliche Feinheiten beachten: Auch hier gibt es Freigrenzen und Wege, eine Pauschalbesteuerung zu vermeiden. Einen smarten Weg, auf sich aufmerksam zu machen, können Lampertheimer Unternehmer durch die „StadtApp“ wählen. Paul Przyklek führte die gut 50 Zuhörer durch die Welt der digitalen Kacheln. Drei verschiedene Pakete sind für Unternehmen möglich. Auch Vereine oder Akteure aus der Gesundheitsbranche können sich darin wiederfinden. „Die App soll alle Lebensbereiche der Stadt abbilden“, erläuterte Przyklek die Intention hinter dem Projekt. Dazu zählen ebenso Informationen über Dienste der Stadt (wann wird der Müll abgeholt) oder kulturelle Veranstaltungen in der Metropolregion. Ein Ziel hat der Referent auch im Auge: Bis zu 12 000 Downloads sollen es bis zum Jahr 2018 sein.

Um das Thema der digitalen Präsentation drehte sich auch ein Vortrag von Clemens Schäfer, der bei der Industrie- u nd Handelskammer (IHK) Darmstadt im Bereich Existenzgründung und Unternehmensförderung tätig ist. Konkret ging es um Chancen und Risiken im Online-Vertrieb. Schäfers Diagnose: „Der Mittelstand hinkt digital hinterher“, vier Prozent des Gesamtumsatzes werde generell hier generiert, wovon der Handel den größten Teil ausmache. Dabei liegen die Positiveffekte auf der Hand: Das Online-Angebot gilt außerhalb der Öffnungszeiten und Unternehmen können so jüngere Kundengruppen an sich binden. Inzwischen gebe es gar Metzgereien, die smart unterwegs sind.

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Im Online-Vertrieb haben Firmen generell drei Varianten, die sie wählen können: die reine Präsentation, digitale Marktplätze oder gleich ein eigener Onlineshop, wobei Letzterer die anspruchsvollste Variante sei. „Arbeiten Sie mit Referenzen und nicht mit zu viel Text“, lautete der Tipp des Fachmanns. Doch es gebe auch Risiken: Etwa dann, wenn die Produktpalette nicht zur Plattform passt, die Netzverfügbarkeit schlecht ist und die Investitionskosten hoch sind. Denn der Betrieb eines Onlineshops frisst auch Ressourcen. Und: „Die Logistik muss gesichert sein. Wenn angegeben ist, dass sie innerhalb von ein bis zwei Tagen versenden können, dann müssen sie das auch liefern.“

Und wer von alledem eine Auszeit nehmen und einfach mal analog unterwegs sein möchte, kann dies im Walderlebniscamp Lampertheim tun. Hier bietet der Mannheimer Mirko Klein „Natur-Hautnah“, ein natur- und erlebnispädagogisches Konzept, dass auch Führungspersonen zu mehr „Achtsamkeit“ animieren und den Kopf befreien soll: Denn die 87,2 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage durch psychische Belastung – sie kämen laut klein nicht von ungefähr.

Von André Heuwinkel