Bahn lässt die Hofheimer warten

Nach dem Überqueren der Schienen müssen Fußgänger mangels Gehweg auf die Fahrbahn ausweichen.Archivfoto: AfP Asel  Foto:

Vor einem Jahr hat die Bahn AG im Rahmen einer Info-Veranstaltung in Hofheim Umbaupläne zu den beiden Bahnübergängen Bibliser Weg und an der Landstraße 3411 nach Bobstadt...

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HOFHEIM/RIED. Vor einem Jahr hat die Bahn AG im Rahmen einer Info-Veranstaltung in Hofheim Umbaupläne zu den beiden Bahnübergängen Bibliser Weg und an der Landstraße 3411 nach Bobstadt vorgestellt und angekündigt, die Veränderungen in diesem Jahr durchzuführen. In der Ortsbeiratssitzung in dieser Woche hakte Marco Knecht (CDU) mit der Frage nach dem aktuellen Sachstand nach.

Bürgermeister Gottfried Störmer nannte die Angelegenheit eine „Never ending story“, denn seit mehreren Jahren schon fordert der Ortsbeirat eigentlich „nur“ eine Versetzung der Barriere-Gitter an der Querung für Fußgänger und Radfahrer neben der Fahrbahn, damit Personen mit Kinderwagen sowie Rollstuhl- und Radfahrer dort besser durchkommen. Oft muss dieser Personenkreis dort auf die Landstraße ausweichen, was ein Gefahrenpotential darstellt. In einer Stellungnahme der Bahn wurde der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die Umbauarbeiten nicht wie vorgesehen 2017 durchgeführt werden, sondern wohl erst 2021.

Sichtlich verärgert über das Verhalten der Bahn schimpfte Ortsvorsteher Alexander Scholl: „Man kommt sich veräppelt vor!“ Erst werden Zusagen gemacht und dann wolle niemand mehr etwas davon wissen. Laut rechtlicher Sachlage darf die städtische Verwaltung laut Störmer auf Bahnanlagen nichts verändern. Die Verwaltung könne und werde hier lediglich in einem Brief an die zuständige Abteilung der Bahn noch einmal auf die „Störstelle“ hinweisen, verbunden mit der Bitte um Überprüfung. Auf einen zweiten Fahrkartenautomaten am Bahnsteig Hofheim-West warten die Hofheimer ebenfalls schon seit Jahren, wurde festgestellt.

Zur Anfrage der SPD zum Thema Fußgänger-Überweg auf der Bahnhofstraße in Höhe Steffanstraße teilte Scholl mit: An dieser Stelle wurde die Anzahl der Querungen in den Zeiten von 7 Uhr bis 9 Uhr sowie von 11 Uhr bis 14 Uhr notiert. Seit Schulbeginn im vergangenen Jahr gehen auch die Erst- und Zweitklässler in die Nibelungenschule, so dass der Überweg Bahnhofstraße stärker frequentiert wird. Die höchste Anzahl der Fußgänger belief sich mit 28 Querungen zwischen 7 und 8 Uhr bei knapp 200 Fahrzeugen im besagten Zeitraum. Dieses Verkehrsaufkommen sei jedoch so gering, dass ein Zebrastreifen hier verkehrsrechtlich entfernt werden müsse.

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Fußgängerampel für Schüler sinnvoll

Da diese Stelle langfristig als Schulweg klar definiert werden könne, sei die Aufstellung einer Ampel realisierbar und absolut sinnvoll. Nun müsse geklärt werden, ob die Installation (Kosten etwa 20 000 Euro) aus dem laufenden Etat noch in diesem Jahr finanziert werden kann. Falls nicht, so regte Scholl an, in der nächsten Ortsbeiratssitzung im Mai einen diesbezüglichen Antrag auf Einstellung der dazu notwendigen Haushaltsmittel zu stellen. Um das zu erwartende Verkehrsaufkommen im Wattenheimer Weg in Höhe Bürgerhaus, wenn die neue Kinderkrippe im Spätsommer in Betrieb geht, ging es CDU-Ortsbeirätin Susanne Volkert. Sie erkundigte sich nach Möglichkeiten zur Verkehrsberuhigung im Hinblick auf die Sicherheit der Kinder. Hierzu meinte das Stadtoberhaupt: Die Zu- und Abfahrt befindet sich zum einen ohnehin in einer 30-km/h-Zone, und zum anderen werde die Verkehrsentwicklung nach der Eröffnung der Krippe beobachtet und später nach den gewonnenen Erkenntnissen – falls nötig - entsprechende Maßnahmen beraten.

Des Weiteren informierte Störmer zur Anfrage der Christdemokraten zu Verkehrszählungen in Hofheim: Es gab eine anonymisierte Zählung in der Lochgasse, hier fahren im Durchschnitt täglich zwischen 28 und 80 Fahrzeuge. Diese Bestandsaufnahme registrierte ohne Erfassung der Fahrer, dass 85 Prozent mit einem Tempo zwischen 33 und 38 Stundenkilometer unterwegs waren, ein „Ausreißer“ wurde mit 55 km/h gemessen.

Wie zukünftig die Verkehrsführung in der verlängerten Karlbader Straße zwischen der Graf-von-Stauffenberg-Straße zum Bahnübergang Wattenheimer Weg geregelt werden soll, steht noch offen. Die von den Sozialdemokraten geforderte Beleuchtung und die Einrichtung eines Gehweges zum Schutz der Fußgänger wird zirka 90 000 Euro kosten und kann erst im kommenden Jahr aus dem städtischen Haushalt bestritten werden. Bis dahin, so versprach der Verwaltungschef, werde eine vernünftige Lösung erarbeitet.

Von Gabriele Lameli-Hornef