Es war in den vergangenen Wochen doch noch ein bitterkalter Winter. Manch einer, der die dick verpackten Wurzelzwerge und die eingemummelten Waldfüchse morgens die Hambacher...
HEPPENHEIM. Es war in den vergangenen Wochen doch noch ein bitterkalter Winter. Manch einer, der die dick verpackten Wurzelzwerge und die eingemummelten Waldfüchse morgens die Hambacher Wasserschöpp hinaufstapfen sah, der hatte angesichts der Minusgrade sicher ein wenig Mitleid. Doch dank der tollen Jurte, die der Heppenheimer Waldkindergarten seit dem vergangenen Herbst sein Eigen nennt, gab es neben dem Bauwagen einen weiteren Ort, an dem sich alle Kinder aufwärmen konnten.
Spätestens im kommenden Herbst soll es dort dann auch einen Ofen nach Wunsch in der kreisrunden Unterkunft auf der Streuobstwiese geben. Dann wird es richtig kuschelig. Bei der Jahresversammlung des Kindergartenvereins am Dienstagabend im „Goldenen Engel“ war die Neuanschaffung der Jurte eines der Themen, auf das zurückgeblickt wurde. Auch eine Kompostier-Toilette wurde angeschafft, sodass man nicht immer mit dem Schäufelchen in den Wald verschwinden muss. Der entstehende Kompost wird regelmäßig abgeholt.
Geschäftsführerin auf Minijob-Basis
Für den Vorstand gab es auch im abgelaufenen Berichtsjahr viel zu tun. Regelmäßige Gespräche mit der Kindergartenleitung und den Erzieherinnen fanden statt, man kümmerte sich um Personalfragen, um die Aufnahme neuer Kinder, um die Finanzen, die Mittagsbetreuung, die Website, um Hygienevorschriften, Baumpflege und Ausflüge, um nur wenige Punkte zu nennen. Auch eine Satzungsänderung galt es auf den Weg zu bringen. Beim Aufbau der Jurte halfen alle tatkräftig mit. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung kostete es Zeit, Geld und Nerven – vom Muskelkater beim Aufbau nicht zu reden. Aber der Einsatz hat sich fraglos gelohnt.
Mit Geschäftsführerin Alexandra Hoffmann hat man zudem seit April 2017 eine große Entlastung. Auf Minijob-Basis hat sie die Posten „Organisation und Personal“ übernommen – die wohl zeitintensivste Arbeit. Aus diesem Grund besteht der Vorstand des Waldkindergartens künftig nur noch aus drei Personen. Ausgeschieden sind am Dienstagabend Katrin Brenner und Annika Schmitz. Katja Schmitt wurde im Amt bestätigt und zählt künftig „Anmeldung und Information“ zu ihren Aufgaben. Marianne Bräutigam bleibt ebenso im Amt und hat einen Blick auf Kasse und Finanzen. Neu im Team ist Edda Schöneck, die sich hauptsächlich um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmern soll. Neben dem täglichen Spielen und Entdecken in Wald und Flur gab es zahlreiche Feste für die Mädchen und Jungen des Waldkindergartens. Unter anderem wurde eine Töpferei besucht. Ein Falkner schaute mit drei prächtigen Greifvögeln vorbei. Spaß machte allen den Angaben zufolge das Projekt mit dem Zirkus Waldoni. Mit den meisten Waldbesitzern schloss man eine Nutzungsvereinbarung ab, so sind beide Seiten abgesichert.
Änderungen im Beitragswesen gibt es ab dem kommenden Kindergartenjahr, wenn das Land Hessen die Kosten für die Kinderbetreuung für Mädchen und Jungen ab drei Jahren für maximal sechs Stunden am Tag übernimmt. Die Betreuung wird also billiger für die Eltern. Wie genau die Stunden außerhalb der Kernzeit von 8 bis 13 Uhr berechnet werden, ist noch nicht bekannt. Hier muss erst die Stadt ihre Hausaufgaben machen.