Tour der Hoffnung kommt nach Heppenheim

Die „Tour der Hoffnung“ hält beim Zwischenstopp in Heppenheim auf dem Marktplatz. Foto: Sascha Lotz

Mit Verspätung kommen die Teilnehmer des Benefizevents auf dem Marktplatz an. Durch einen Unfall auf der Strecke war der Aufenthalt nur sehr kurz.

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HEPPENHEIM. Etwas verloren wirkt Marina Kielmann in ihrem grünen Trikot auf dem Marktplatz in Heppenheim. Eigentlich sollte der Platz zu dieser Zeit von grünen Trikots nur so wimmeln, schließlich besteht das Fahrerfeld der diesjährigen Tour der Hoffnung aus etwa 200 Mitfahrern. Dann verkündet die frühere Eiskunstläuferin, die seit 1997 bei der Tour der Hoffnung mitmacht, den Wartenden: „Es gab einen Unfall“. Der Unfall stellt sich zum Glück als harmlos heraus, doch die Radfahrer verspäteten sich dadurch um etwa eine halbe Stunde.

Die Wartezeit nutzte Kielmann, die seit 2012 die Tour der Hoffnung moderiert, um das Prinzip der Benefiztour noch einmal zu erklären. Prominente Politiker und Sportler radeln bereits zum 35. Mal, um Spendengelder für die Kinderkrebshilfe einzuwerben. Dabei hoffen sie auf großzügige Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen – mit Erfolg: Im letzten Jahr kamen laut Kielmann 2,3 Millionen Euro zusammen.

In diesem Jahr führt die Strecke die Prominenten an 4 Tagen von Gießen bis nach Heidelberg. Bis Heppenheim sind in diesem Jahr etwa 1,6 Millionen Euro gesammelt worden, erklärt Kielmann den Zuschauern. Und dann kommen sie zum Glück doch noch: In einer großen Welle rollen die grünen Trikots auf den Marktplatz an, der plötzlich recht klein wirkt. Alles ist voller Menschen, denn natürlich sind auch zahlreiche Zuschauer gekommen, um die Sportidole aus der Nähe zu sehen.

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Petra Behle, ehemalige Biathletin und jetzt Organisatorin der Tour der Hoffnung, tritt vor die Menge und ruft unter lautem Applaus die größten Stars der Tour zu sich. Nur Henry Maske, auf den viele hier gewartet haben, kommt zunächst nicht. Er wurde, wie er später erklärt, unterwegs noch spontan eingeladen. „Euer Marktplatz macht Eindruck“, ruft Behle den Heppenheimern zu. Auch der Bürgermeister Rainer Burelbach, der von Bensheim aus mitgefahren ist, hält eine kurze Rede, in der er den „Spirit“ der Gruppe lobt: „Der Virus hat mich infiziert“, sagt er begeistert.

Über die Spendensumme, die die Stadt Heppenheim der Tour mit auf den Weg geben will, hält er sich auch auf Nachfrage hin allerdings bedeckt. Die 33 333 Euro, die in Bensheim gespendet wurden, wird Heppenheim wohl nicht einholen können. Dafür gab es eine ganz besondere Aktion in Heppenheim: Die Kinder der Heppenheimer Kindergärten haben Sterne für die Tour der Hoffnung gebastelt. Die Sterne, die als Signal der Hoffnung für kranke Kinder stehen sollen, wurden auf den aufgebauten Snacktischen ausgestellt und rührten die Teilnehmer sehr.

Mit einer dreifachen La-Ola-Welle wurde schließlich die kleine Marleen geehrt und nach vorne gerufen. Die 6-jährige Tochter des Bürgermeisters wollte spontan „mit den Grünen fahren“ und ist deshalb die Strecke von Bensheim nach Heppenheim mitgeradelt. Hektisch wurde noch nach einem Trikot für sie gefahndet, das sich schließlich auch finden ließ.

Während der Rede stärkten sich die Sportler schnell an den von Aldi gespendeten Snacks und Getränken, dann sprangen sie schon wieder auf ihre Räder. Die Tour sollte an diesem Tag schließlich noch bis nach Heidelberg kommen. Wegen der Verspätung durch den Unfall war der Zwischenstopp in Heppenheim leider sehr kurz – Gespräche mit den Sportlern waren so kaum möglich. Lediglich Henry Maske, der während der Rede dann doch noch ankam, verteilte noch schnell ein paar Autogramme. Dann war der Spuk auch schon wieder vorbei, und die grüne Welle rauschte weiter in Richtung der Kinderklinik in Heidelberg.