Neuer Name für Kaufhaus Mainzer?

Der alte Vorstand ist auch der neue. Die Mitgliederversammlung bestätigt die Vereinsspitze. Foto: Sabine Fraune

(red). Der Verein „Stolpersteine Heppenheim – Erinnern für die Zukunft“ will der Stadt vorschlagen, das frisch renovierte ehemalige Kaufhaus Mainzer in der Heppenheimer...

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HEPPENHEIM. (red). Der Verein „Stolpersteine Heppenheim – Erinnern für die Zukunft“ will der Stadt vorschlagen, das frisch renovierte ehemalige Kaufhaus Mainzer in der Heppenheimer Fußgängerzone als „Stadthaus Mainzer“ zu benennen. Das hat die Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Grund für diesen Vorstoß sind nach Angaben des Vereins die verwirrenden, unterschiedlichen Namen, die das Haus bisher hat. Auch wolle man an die große Bedeutung der Familie Mainzer für den Bau und den Besitz des Hauses erinnern.

Ende März hatte der Verein elf Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der Familie Mainzer verlegt. Das Kaufhaus war im Jahr 1903 eröffnet, die Familie nach 1933 verfolgt worden. Die Nationalsozialisten ermordeten drei Mitglieder der Familie Mainzer, weitere acht mussten auswandern, um ihr Leben zu retten.

Bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Vereins Stolpersteine waren neben der Neuwahl des Vorstandes auch die Aktivitäten des vergangenen Jahres und die Ziele für das laufende Jahr und darüber hinaus Themen.

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In der Berichterstattung über die Vorstandsarbeit nahmen neben der Stolpersteinverlegung am 25. März eine Fahrt zu den jüdischen Stätten in Worms, die Veranstaltungen am 9. November und 27. Januar und die Recherchearbeit den meisten Raum ein. Besonders gedankt wurde der Recherchegruppe Mainzer mit Winifred Hörst, Margarete Bauer und Annett Pielsticker. Große Anerkennung fand auch die regelmäßige Reinigung der bereits verlegten Stolpersteine durch Pflegepaten.

Beim Ausblick auf die kommenden Tätigkeiten wurden eine Führung für Kinder- und Jugendliche, eine Fahrt zu den jüdischen Stätten in Mainz in 2020 und die weiteren Recherche- und Dokumentationsarbeiten genannt. Mit inzwischen 65 Mitgliedern hat der Verein ein großes Arbeitspensum zu bewältigen. Dementsprechend sind weitere Stolpersteinverlegungen noch nicht terminiert.

Da im vergangenen Jahr am 9. November das Gedenken an die Reichspogromnacht mit einer Veranstaltung im Marstall und dem Schweigekreis am Synagogenstandort zeitgleich mit der Hubertusmesse stattfand, wurde angeregt, beim Festlegen von Terminen künftig sensibler vorzugehen.