Heppenheimer Ferienspiele: In der Ballschule bleibt keiner sitzen

Richtig viel Spaß hatten die Ferienspielkinder in der Ballschule des SV Erbach. Foto: Dagmar Jährling  Foto: Dagmar Jährling

Großeinsatz für den SV Erbach mit sechs Ferienspielgruppen an zwei Tagen – da hatten Daniel Brendle und seine Helfer alle Hände voll zu tun. Der Jugendkoordinator des...

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ERBACH. Großeinsatz für den SV Erbach mit sechs Ferienspielgruppen an zwei Tagen – da hatten Daniel Brendle und seine Helfer alle Hände voll zu tun. Der Jugendkoordinator des Vereins ist allerdings bestens gerüstet für derlei Herausforderungen. Er bietet auch in Kindergärten und Schulen Balltraining an, leitet zudem Handballcamps und lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Und er hat ein ganz persönliches Zauberwort: „Eiszeit“, und das bedeutet: Jetzt alle mal still sitzen und zuhören, und das klappt am Mittwochfrüh mit den „Pumbas“ ganz vorzüglich.

Handball, die Sportart beim SVE, stand dabei nicht im Vordergrund. Daniel Brendle hatte aus dem Programm der „Heidelberger Ballschule“ passende Elemente für die sieben bis neun Jahre alten Grundschüler ausgewählt.

Erste Schritte in der Koordinationsleiter

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Das von Professor Dr. Klaus Roth 1998 entwickelte, sportartenübergreifende Konzept verbindet unter anderem den Grundsatz „Kinder sind Allrounder, keine Spezialisten“ mit dem Fördern von Erfolgserlebnissen, und so gibt es am Mittwoch zum Aufwärmen ein Mannschaftsspiel mit Tennis- und Schaumstoffbällen, die in möglichst großer Anzahl ins gegnerische Feld zu befördern sind. Kicken, werfen, rollen – alles ist erlaubt, und bald jagen alle begeistert den Bällen hinterher.

Brendle sagt die Zeit an – „noch eine Minute, noch 15 Sekunden“. Dann folgt der Countdown und auf Pfiff hocken sich alle mucksmäuschenstill auf den Hallenboden. Nach zwei Durchgängen und zwei Siegern – ein harmonisches Remis – wird erst mal aufgeräumt, die Tennisbälle kommen in die Tonne, die Schaumstoffbälle ins Netz, und nach der Trinkpause (der Verein hat auch Apfelschnitze und Melonenscheiben spendiert) geht es munter weiter.

Mit Melina Guthier, beim SVE die Torhüterin der C-Jugend, und Luca Jordan aus der B-Jugend-Mannschaft üben die Mädchen ein Spiel, das die Zielgenauigkeit fördert, während die Jungen mit Daniel Brendle schon technische Kniffe und Tricks ausprobieren. Prellen mit dem Basketball im Slalom um Hütchen ist eine Aufgabe, bei einer zweiten kommt die Koordinationsleiter zum Einsatz: Das Gerät aus solidem Kunststoff, das flach auf dem Boden ausgelegt ist, besteht aus zwei Holmen, die mit Sprossen verbunden Felder bilden wie beim Huppekästel, und so ähnlich funktioniert’s auch – Schritt für Schritt oder in zwei kleinen Schritten, den Ball in der Hand, wird die Vorgabe absolviert. Das ist eine tolle Übung zur Bewegungsförderung, und die meisten zeigen sich doch als ziemlich geschickt.

Der Höhepunkt wird aber der Torwurf, wobei die elektronische Wurfgeschwindigkeitsanzeige der Hit ist: Sie misst den Aufprall in Stundenkilometern, was für die Jungs – und später, nach dem Wechsel, auch für die Mädchen – super spannend ist. Die Resultate von 30 bis fast 50 km/h werden lautstark gefeiert („Profis schaffen locker 100“, sagt Brendle), und für David und Tom, die beide beim SV Erbach Handball trainieren, ist das Ganze sowieso ein Heimspiel.

Zum Schluss haben Daniel Brendle, Melina und Luca noch ein lustiges Match parat, das mit nur einem Turnschuh an den Füßen ausgetragen wird. Der zweite dient dazu, Tennisbälle ins gegnerische Tor zu befördern. Dazu werden alle mit Trikotleibchen in Neonfarben ausstaffiert und sind noch einmal mit Feuereifer bei der Sache.

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Brendle und Melina spielen mit, geben lange Pässe vor und lassen die Kinder, die sich später bei der Schnitzeljagd und einem Nachmittag im Saalbau-Kino erholen können, noch mal ordentlich quer durch die Halle rennen. „Das hat Spaß gemacht“, sagt Marlon, der beim TV Sonderbach turnt und außerdem beim Feuerwehrnachwuchs am Stützpunkt in Heppenheim mitmischt.

Zumal alles in geordneten Bahnen und sportlich-fair abgelaufen ist in der Mehrzweckhalle. Nur zweimal müssen die Betreuerinnen Lara Lesch – für sie ist es der erste Einsatz bei den Ferienspielen – und Carolin Hamel ein paar Tränchen trocknen. Carolin ist bereits zum fünften Mal dabei, und es macht ihr immer noch Spaß: „Es ist wichtig, als Betreuer die Erfahrungen auch weiterzugeben“, sagt sie.