Gedenken in Heppenheim

Gunter Demnig verlegt am 26. März elf Stolpersteine zur Erinnerung an die jüdische Familie Mainzer, die das Kaufhaus an der Friedrichstraße erbaute.

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HEPPENHEIM. (red). Vor mehr als 25 Jahren hat der Künstler Gunter Demnig das Projekt Stolpersteine begonnen. „Hier wohnte“ steht auf den kleinen quadratischen Gedenktafeln. Der Name und das Schicksal, das dem Menschen widerfuhr, werden benannt. Es sind Gedenksteine für Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, in die Flucht oder in den Suizid getrieben wurden.

Am Dienstag, 26. März, wird Gunter Demnig wieder in Heppenheim sein und dieses Mal elf Stolpersteine verlegen. Erinnert wird mit diesen Steinen an die jüdische Familie Mainzer. Bereits seit 1800 lebten die Vorfahren in Heppenheim. An der Friedrichstraße bauten die Brüder Jakob und Berthold 1907 gemeinsam mit dem Vater das große Kaufhaus, das noch heute die Innenstadt prägt. Für die Familie war es zugleich der Wohn- und Arbeitsort. Jakob und Ehefrau Berta wurden in Auschwitz ermordet. Die vier Kinder Richard, Hildegard, Wilhelm und Fritz flüchteten und überlebten in anderen Ländern. Berthold Mainzer starb unter den Haftbedingungen der Gestapo im Gefängnis in Darmstadt. Seine Frau Johanna gelang die Flucht aus Deutschland, ebenso ihren drei Kindern Georg, Lotte und Rudolf. An jedes der genannten Familienmitglieder wird vor dem Wohnort an der Friedrichstraße in Zukunft ein Stolperstein erinnern. Vorbereitet hat die Verlegung der Verein Stolpersteine Heppenheim – Erinnern für die Zukunft. Der Vereinsvorstand freut sich, dass über 30 Familienangehörige nach Heppenheim kommen werden, um bei der Feierlichkeit dabei zu sein. Die musikalische Umrahmung wird von Lehrkräften der Musikschule übernommen. Schülerinnen des Starkenburg-Gymnasiums werden mitwirken. Ebenso hat die Stadt Heppenheim ihre Unterstützung zugesagt.

Der Verein Stolpersteine lädt die Heppenheimer Bevölkerung zu der Verlegungsfeier ein. Sie findet am 26. März um 9 Uhr vor dem Stadthaus Mainzer in der Friedrichstraße 19 bis 21 statt.