In Ober-Laudenbach ist der Mobilfunkempfang schlecht. Ein neuer Funkmast könnte Abhilfe schaffen, auch für die Feuerwehr, die noch analog funkt. Foto: Dagmar Jährling

Wohin mit dem Funkmast, wenn nicht nur die Feuerwehr, sondern auch die Bewohner des Heppenheimer Stadtteils Ober-Laudenbach davon profitieren sollen? Die Standortsuche gestaltet...

Anzeige

OBER-LAUDENBACH. Weil die Feuerwehr hessenweit von Analogfunk auf Digitalfunk umrüsten muss, ist eines klar: Ein Funkmast muss her. Für die Belange der Floriansjünger würde ein relativ niedriger Mast ausreichen. Doch da auch Otto Normalverbraucher in Ober-Laudenbach größtenteils mobilfunktechnisch in die Röhre schaut, sieht man dort nun endlich die Chance gekommen, dass der gesamte Heppenheimer Stadtteil mit ausreichend Empfang ausgestattet werden kann.

Dafür müsste der geplante Funkmast jedoch rund 26 Meter hoch werden. Doch wohin mit dem Monstrum? Hier scheiden sich seit vielen Wochen die Geister. Die erste Idee der Betreibergesellschaft, den Mast mitten auf den freien Platz hinter dem Feuerwehrgerätehaus zu errichten, wurde fast schneller verworfen als vorgeschlagen: Er stünde unter anderem dem Aufbau des großen Festzeltes mitten im Wege. Dass man einen Funkmast nicht auf Kosten der Geselligkeit haben möchte, darüber war man sich im Ortsbeirat und der Bevölkerung einig. Der Betreiber schlug eine Alternative vor, mit der viele leben könnten: Der Funkmast könne auch in der Ecke des Feuerwehrgerätehauses platziert werden, wo er keinem im Wege steht.

Doch es gibt eine große Gruppe Ober-Laudenbacher, die sich gegen diesen Standort wehrt: Rund 100 Unterschriften kamen zusammen, die an den Bürgermeister weitergeleitet wurden. Die meisten der Unterzeichner sind nicht per se gegen einen Funkmast, sie wollen ihn nur nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohngebäuden. Grund: Sie fürchten die Auswirkungen der permanenten Strahlenbelastung durch den Mast.

Nun gibt es bereits seit vielen Wochen Bemühungen, einen Alternativstandort zu finden. Die Initiative ging sowohl von Ober-Laudenbacher Bürgern als auch von Ortsvorsteherin Susanne Benyr aus. Das bestätigte auch Erste Stadträtin Christine Bender im Gespräch mit dieser Zeitung: „Es wurden insgesamt neun unterschiedliche Standorte geprüft, doch der Betreiber hat mitgeteilt, dass bei allen die Funkabdeckung für den Ort nicht ausreichend ist“, erklärt Bender. In der kommenden Woche gebe es noch einmal ein Treffen zwischen der Telekom, der Deutschen Funkturm GmbH – die den Funkmast errichtet – und der Polizei. Bei diesem Anlass möchte man erneut gemeinsam nach einer geeigneten Standort-Alternative Ausschau halten: „Es ist natürlich in unserem Interesse, dass es eine möglichst einvernehmliche Lösung für alle gibt“, unterstreicht Christine Bender.

Anzeige

Unendlich Zeit für die Maßnahme bleibt nicht: Bis in zwei Jahren ist die Leitstelle Bergstraße auf Digitalfunk umgerüstet. Bis dahin müssen auch Feuerwehren, Polizei und Rettungsdienste umgestellt haben, wenn sie weiter erreichbar sein wollen. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion argumentieren, dass die Telekom weitere vier Jahre ein Analognetz zur Verfügung stelle, sodass die Feuerwehr auch entsprechend lang noch erreicht werden könne. Man habe also keinerlei Zeitdruck bei der Suche nach einer Alternative.

Fest steht nur: Gibt es am Ende gar keine Einigung, was den Standort des Funkmastes für alle anbetrifft, dann kann es durchaus sein, dass die Feuerwehr die kleine Variante umsetzt und die Ober-Laudenbacher weiter beim Blick aufs Handy feststellen müssen: „Kein Netz.“