100 000 Honigsammler für Heppenheim

Im Einsatz für die Bienen: Jens Fischer mit Sohn, Franz-Josef Fischer, Frank Weiß, Christian Jöst, Sabine van Recum und Andrea Bertz-Fischer (von links nach rechts). Foto: Strahlemann-Stiftung

Die Strahlemann-Stiftung stellt auf einem Firmenareal in Heppenheim zwei Bienenstöcke auf. Ein Ziel der Aktion ist es, die Themen Naturschutz und Bildung miteinander zu verknüpfen.

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HEPPENHEIM. (red). Die Strahlemann-Stiftung hat auf dem Areal der Firma Jäger Direkt in Heppenheim zwei Bienenstöcke aufgestellt. Unterstützt wurde die Aktion den Angaben zufolge von Jöst Abrasives, einem Schleifmittelhersteller aus Wald-Michelbach. Mitgeholfen hat auch Frank Weiß, Gründer und Geschäftsführer der Beefuture GmbH – er hat den Umzug der Bienen nach Heppenheim bewerkstelligt. Beefuture setzt sich Weiß zufolge für nachhaltigen Naturschutz durch Bienenzucht ein. Auf den Wiesen um das Firmengelände des Elektrozulieferers herum werden die rund 100 000 Bienen nun Nektar sammeln, um Honig zu produzieren.

Die gemeinnützige Strahlemann-Stiftung, die ihre Hauptgeschäftsstelle in Heppenheim hat, fördert Bildungsprojekte vor allem für Kinder und Jugendliche in Deutschland und auch weltweit. „Naturschutz und Bildung hängen ganz eng miteinander zusammen“, erläuterte Franz-Josef Fischer, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender und Gründer der Strahlemann-Stiftung. „Dieses Projekt ist nicht nur ein Umweltprojekt. Es ist ein Projekt für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder. Denn ohne Bienen keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Menschen mehr.“ Ganz ähnlich verhalte es sich mit Bildung. Diese sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft der Kinder. „Darum haben wir uns von der Strahlemann-Stiftung dazu entschieden, den Aspekt des nachhaltigen Naturschutzes in unsere Bildungsprojekte mit einzubinden.“

Seit dem Jahr 1950 ist Fischer zufolge die weltweite Bienenpopulation um über die Hälfte zurückgegangen. In Deutschland würde mehr als 80 Prozent des benötigten Honigs importiert. „Über die Qualität dieses Honigs lässt sich streiten, sowie über die Gewinnungsarten und die Philosophie der Honig-Industrie“, berichtete Weiß. Praktiken, wie das Beschneiden der Flügel der Königin, lehnt er ebenso ab wie Königinnen aus einem Labor.

Der frühere Unternehmer hat vor 15 Jahren seinen Beruf gewechselt, um sich voll und ganz dem Thema Bienen widmen zu können. Wenn er spricht, merkt man ihm den Respekt vor der Natur und all ihrer Bewohner an. Inzwischen kann er sich ein Leben ohne die Bienen nicht mehr vorstellen. Die täglichen Stiche stören ihn nicht: „Bienen sind die tragende Säule unseres Ökosystems. Mehr als 80 Prozent der einheimischen Blütenpflanzen sind auf ihre Bestäubung angewiesen.“

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Von der Strahlemann-Stiftung und deren Bildungsprojekten zeigt er sich ebenfalls begeistert – und wird diese zukünftig unterstützen. Entsprechend freut er sich über den Start der Zusammenarbeit beim aktuellen Projekt: „Nur mithilfe von Unternehmen, Verbänden und Personen, die sich tatsächlich engagieren und in der Biene unsere Zukunft sehen, können wir auch Kinder nachhaltig bilden und ihnen den Weg in eine gute Zukunft aufzeigen.“

Treibende Kraft für die Umsetzung des Projekts war Christian Jöst, Vorstandsmitglied der Strahlemann-Stiftung. Er hat bei seinem Unternehmen Jöst Abrasives GmbH bereits seit zwei Jahren Bienenstämme von Beefuture beheimatet. „Als mir Frank das Projekt vorgestellt hat, war ich sofort begeistert, da ich ein naturverbundener Mensch bin und uns auch als Unternehmen Nachhaltigkeit besonders wichtig ist“, betonte Jöst. Man habe im ersten Jahr drei Bienenstämme bei Jöst aufgenommen, mittlerweile seien es fünf. „Es ist toll, dass Beefuture sich um die Bienen kümmert und alle paar Wochen vor Ort ist. Außerdem haben wir leckeren Honig von besonders hoher Qualität. Ich freue mich, dass wir jetzt auch für und mit der Strahlemann-Stiftung dieses wunderbare Projekt umsetzen.“