In Biblis arbeiten die Dietz AG und die Fiege Logistik mit dem...

So groß wie zehn Fußballfelder ist die Fläche, die in Biblis von einer Halle bedeckt wird. Von dort aus versorgt der niederländische Discounter Action seine Filialen in Deutschland. Die Bensheimer Dietz AG hat die Halle gebaut. Fiege Logistik arbeitet für Action.Foto: Thorsten Gutschalk  Foto: Thorsten Gutschalk

Eine der größten Hallen, die in den vergangenen drei Jahren in Deutschland gebaut wurde, steht am westlichen Ortsrand von Biblis. Am Freitag hat dort der niederländische...

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BIBLIS. Eine der größten Hallen, die in den vergangenen drei Jahren in Deutschland gebaut wurde, steht am westlichen Ortsrand von Biblis. Am Freitag hat dort der niederländische Discounter Action sein erstes Verteilzentrum in Deutschland feierlich eröffnet.

Erbauer und Eigentümer des Distributionszentrums ist die Bensheimer Dietz AG. Das Logistik-Unternehmen Fiege betreibt das Zentrum. Action wiederum ist Mieter der Dietz AG.

Dietz hatte in Biblis 13 Hektar Gewerbefläche gekauft. Die Halle überspannt 8,5 Hektar. Das entspricht der Fläche von zehn Fußballfeldern. Zurzeit arbeiten dort 200 Menschen, die bei der Fiege Logistik Stiftung & Co. KG angestellt sind. Doch weil Action in Deutschland wie in ganz Europa mit rasantem Tempo wächst, soll die Zahl der Mitarbeiter bis Ende 2018 auf 800 steigen, 300 mehr als zunächst angekündigt worden waren. In Deutschland arbeiten 3500 Menschen für Action, insgesamt sind es 35 000 in ganz Europa.

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16 Monate sind nach Angaben von Wolfgang Dietz vergangen, seitdem seine Gesellschaft die ersten Gespräche mit Action geführt hat. „Biblis ist die Grundlage für weitere Expansion“, sagte Steffen Rosenbauer, Geschäftsführer der Action Deutschland GmbH (Düsseldorf). Hauptsitz des Konzerns ist im niederländischen Zwaagdjik. Bisher gibt es 150 Filialen in Deutschland. In Lampertheim wurde im vergangenen Jahr das 100. Action-Geschäft in Deutschland eröffnet. Während das Verteilzentrum in Biblis nagelneu ist, ziehen die Filialen oft in sogenannte Bestandsimmobilien ein.

Sander van der Laan, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, berichtete von den atemberaubenden Wachstumszielen. Bis Ende dieses Jahres soll es in Deutschland 180 Filialen geben. Dann werde ein zweites Verteilzentrum gebraucht, dessen Standort er allerdings noch nicht preisgeben wollte. Insgesamt gibt es 900 Filialen in sechs mitteleuropäischen Ländern. Die Entwicklung ist umso erstaunlicher, als Action erst 1993 in Enkhuizen in der Provinz Nord-Holland gegründet und zwei Jahre später der erste Lastwagen gekauft wurde. 35 dieser Sattelzüge werden pro Tag in Biblis beladen, um jeweils zwei Filialen bedienen zu können. Der zweistöckige Laderaum ist das Besondere an diesen Trucks. Die Zugmaschine gehört Fiege, der Sattelaufleger Action.

Maßgeschneidert für die Bedürfnisse des Mieters

Was Superlative betrifft, können Dietz und Fiege mithalten. Wolfgang Dietz sagte, dass seine Gesellschaft 71 Immobilien betreibe mit einer Gesamtfläche von 1,5 Millionen Quadratmetern. Biblis sei wie die anderen Objekte maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Mieter. Die Investitionskosten gab Dietz mit mehr als 50 Millionen Euro an. In Sichtweite der Action-Halle baut Dietz für einen anderen Auftraggeber ein weiteres Lager mit einer Grundfläche von 70 000 Quadratmeter, das im Oktober fertig sein soll.

Fiege ist Arbeitgeber von 10 500 Menschen in 16 Ländern. Standorte in der Region sind Dieburg, Otzberg, Weinheim und Worms. In Dieburg steht eine Halle mit einer Grundfläche von mehr als zehn Hektar.

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Jan Fiege versicherte am Freitag, dass sein Unternehmen übertarifliche Löhne zahle. 80 Prozent der Menschen, die in Biblis arbeiten, würden fest angestellt, 20 Prozent mit Zeitverträgen als Saisonkräfte Arbeitsspitzen abdecken.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Action? Van der Laan antwortete werbewirksam: 70 Prozent aller 16 Millionen Niederländer hätten eine der 360 Filialen bereits besucht. „Doch sie können unser Unternehmen nur verstehen, wenn sie ein Jahr lang mindestens ein Mal pro Woche kommen“, sagte er.

35 Prozent der 6000 Artikel, die in einer Filiale angeboten werden, bilden ein dauerhaftes Angebot. 65 Prozent wechseln ständig, wie Vincent Bröring erläuterte, der für das Filialnetz zuständig ist. So werden pro Woche jeweils 200 neue Dinge geliefert. „Wie Schatzsucher“ kämen sich die Kunden vor, sagte van der Laan.