Wahlen in Gronaus Partnergemeinde

In Pfaffenheim im Elsass sinkt wegen der Corona-Pandemie die Beteiligung an der Kommunalwahl. Pfaffenheim ist die Partnergemeinde des Bensheimer Stadtteils Bensheim.

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GRONAU. (red/ü). Wie in ganz Frankreich stand auch in Gronaus elsässischer Partnergemeinde Pfaffenheim die Kommunalwahl unter dem Eindruck der Corona-Epidemie. 1092 wahlberechtigte Pfaffeneimer waren aufgerufen, ihren Gemeinderat und den Bürgermeister zu wählen.

Die Wahlbeteiligung lag mit 54,58 Prozent deutlich unter dem Ergebnis der vorherigen „Élections municipales“ vor sechs Jahren, als 71,85 Prozent der wahlberechtigten Dorfbewohner das Wahllokal aufsuchten. Allerdings gingen in Pfaffenheim immer noch weitaus mehr Menschen wählen, als im restlichen Département Haut-Rhin, das seit vergangener Woche als Corona-Risikogebiet gilt und in den letzten Tagen eine rasante Ausbreitung des Virus erlebte.

Zeitungsberichten zufolge lag die Wahlbeteiligung im Oberelsass bei lediglich 36,8 Prozent. In der besonders stark von Infektionen betroffenen Grenzstadt Mulhouse ging sogar nur etwas mehr als ein Viertel der wahlberechtigten Bevölkerung wählen. Den für Sonntag geplanten zweiten Wahldurchgang verschob das Innenministerium nun auf Ende Juni. Da das Wahlgesetz eine solche Verschiebung nicht vorsieht, diskutieren Staatsrechtler nun, ob das Ergebnis der ersten Runde für ungültig zu erklären ist.

In Gronaus Partnergemeinde siegte im ersten Durchgang die Liste „Une ambition pour Pfaffenheim“ mit 68,83 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Gruppierung um den amtierenden Bürgermeister Aimé Lichtenberger stellt damit fortan dreizehn der fünfzehn Sitze im Gemeinderat, dem „Conseil municipal“, sowie drei Sitze im „Conseil communautaire“ genannten Organ des elf Kommunen umfassenden Gemeindeverbandes Rouffach, dem Pfaffenheim seit 1994 angehört. Die beiden verbleibenden Sitze im Gemeinderat sicherte sich die Liste des Bürgermeister-Herausforderers Jérémy Walter.

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In Pfaffenheim wählt der Gemeinderat den Bürgermeister aus seiner Mitte. Normalerweise hätte das neu gewählte Gremium nun zur konstituierenden Sitzung zusammenkommen sollen, doch wegen der derzeitigen Ausnahmesituation kann der ursprünglich ins Auge gefasste Termin nicht beibehalten werden. So konnte Gronaus Ortsvorsteher Stefan Hebenstreit zwar zum Wahlerfolg, aber nicht zur Wiederwahl gratulieren, als er diese Woche mit Lichenberger telefonierte. Ohnehin bildete nicht die französische Kommunalwahl, sondern der örtliche Umgang mit der Corona-Epidemie das zentrale Gesprächsthema der telefonischen Unterhaltung der beiden Kommunalpolitiker.