Exklusiv aus der Redaktion: Spannende Themen aus Hessen

Neues aus Hessen.

Das ist heute wichtig: Chinesische Technologie im autonomen Heinerliner, Koran-Verbrennung in Schweden und Skilift am Höllkopf im Hohen Westerwald schließt.

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Hessen. 2022 war ein schlechtes Jahr für den Klimaschutz. Das überrascht nun nicht, wenn man die vergangenen zwölf Monate noch einmal Revue passieren lässt: Wer Gas als Energieträger im großen Stil durch Kohle ersetzt, egal aus welchen hehren Gründen, erweist dem Klima damit einen Bärendienst. Nun könnten die Klimaziele der Bundesregierung wackeln. Klar: Wer an einer Stelle mehr ausgibt – in diesem Fall betrifft dieses „Ausgeben“ emittiertes Kohlendioxid – muss an anderer Stelle sparen. Aber wo? Was möglich sein könnte, hat mein Kollege Jens Kleindienst ausgelotet. Ob es umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Für viele, vor allem jüngere Menschen, ein Grund, sich zu fürchten. Therapeuten beschreiben das mittlerweile etablierte Phänomen der „Klimaangst“, den ganz düsteren Blick in die Zukunft. Wer mehr darüber wissen möchte oder gar selbst betroffen ist: Sonja Werner hat sich das einmal genauer erklären lassen.

TOP 3 DES TAGES

Mit Vollgas voraus

Diese SUVs aus chinesischer Produktion wollen RMV und Deutsche Bahn für den Versuch zum autonomen Shuttle-Angebot in Darmstadt anschaffen.
Diese SUVs aus chinesischer Produktion wollen RMV und Deutsche Bahn für den Versuch zum autonomen Shuttle-Angebot in Darmstadt anschaffen. (© NIO)
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Andere blicken optimistisch nach vorne, in eine Zukunft, in der die Technik wahre Wunder vollbringt. Wobei auch das Auslegungssache ist. Denn: Würden Sie einer Künstlichen Intelligenz ihr Leben anvertrauen? Wenn Sie in Darmstadt wohnen, dort arbeiten oder die Stadt einfach besuchen, dann könnten Sie im Verlauf des Jahres 2023 die Gelegenheit dazu erhalten. Dann nämlich, wenn der „autonome Heinerliner“ auf die Straße kommt: Ein Anrufsammeltaxi, das derzeit ganz konventionell mit Menschen am Steuer unterwegs ist. Nun sollen die humanoiden Fahrer einen künstlichen Kollegen bekommen, der – so der Plan – schon bald ganz allein Passagiere befördern kann, wenngleich zu Beginn noch unter menschlicher Aufsicht. Spannend! Oder gruselig? Das muss jeder Fahrgast selbst entscheiden. Warum die Darmstädter KI ausgerechnet ein bulliges SUV chinesischer Bauart durch den lebhaften Stadtverkehr steuern soll, erklärt vorab mein Kollege André Heuwinkel.

Hart auf der Bremse

Der Rechtsextremist Rasmus Paldudan verbrennt in Stockholm in der Nähe der türkischen Botschaft einen Koran.
Der Rechtsextremist Rasmus Paldudan verbrennt in Stockholm in der Nähe der türkischen Botschaft einen Koran. (© Joel Lindhe/ZUMA Press Wire/dpa)

Von dem, was logisch erklärt werden kann, geht es hin zu dem, was man kopfschüttelnd hinnehmen muss: In der Ukraine tobt ein Krieg, in der Türkei aber der Wahlkampf. Erstgenannter bewog Schweden und Finnland, sich um den Beitritt zur Nato zu bemühen, bis dato praktisch undenkbar. Letztgenannter sorgt nun dafür, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ebendiesen Beitritt blockiert. Dabei richtet sich sein Fokus auf Schweden: Das Land gewähre anti-türkischen Dissidenten Schutz. Dass ein dänischer Rechtsextremist die Gelegenheit nutzte, um in Stockholm öffentlichkeitswirksam einen Koran zu verbrennen, befeuert diese Argumentation im Wortsinn.

Erdogan wolle mit ihrer Hilfe aber vor allem von der desolaten wirtschaftlichen Lage im Land ablenken, vermutet Türkei-Experte Timur Kuran. Zeitdruck scheint auch zu herrschen, denn die türkischen Parlamentswahlen sollen von Juni auf Mai vorgezogen werden. Wie all das im Detail zusammenhängt, können Sie hier nachlesen.

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Endstation

Viel Betrieb: Ein Blick in die Anfangsjahre des Skilifts am Höllkopf in der Gemeinde Driedorf.
Viel Betrieb: Ein Blick in die Anfangsjahre des Skilifts am Höllkopf in der Gemeinde Driedorf. (© Matthias Schaaf)

Der Höllkopf im „Hohen Westerwald“ ist 643 Meter hoch und weiß verschneit. Der Skilift jedoch ist abgebaut: Nach 55 Jahren schließt Matthias Schaaf den Betrieb, den sein Vater gegründet hatte. In den 70ern seien Busse aus Darmstadt, Koblenz oder Köln gekommen, erzählt er Reporter Christian Hoge. Besuchermassen strömten zum Hang. Zuletzt seien es dagegen nicht einmal 14 Schnee-Tage in der Saison gewesen – zeitweise auch deutlich weniger. Meist blieben nur noch zehn oder 15 Zentimeter liegen. Schon ab den späten 80ern habe sich das langsam gewandelt. „Die Zeiten, das Klima und die Menschen haben sich verändert“, meint seine Frau Carolin Schaaf dazu. Wir erinnern uns: 2022 war ein schlechtes Jahr für den Klimaschutz … 

ZU GUTER LETZT

Wolfsjagd im Odenwald

Regisseur Peter Meister kommt immer wieder gern nach Bensheim zurück	Foto: Astrid Wagner
Regisseur Peter Meister kommt immer wieder gern nach Bensheim zurück Foto: Astrid Wagner (© )

Anderer Wald, anderes Thema: die Wolfsjagd. Wie bitte? Damit, dass das Raubtier auch in Hessen wieder heimisch wird, ist längst nicht jeder glücklich. Aber eine Jagdpartie? Die soll es tatsächlich im Sommer im Odenwald geben – allerdings nur vor der Kamera. Dahinter wird sich (neben Kameramann oder -frau) auch Peter Meister aufhalten, Regisseur, Drehbuchautor und Filmemacher aus Bensheim. Nach seinem vielgelobten Langfilm-Debut „Das schwarze Quadrat“ plant er nun eine ebenso schwarze Komödie rund um die Jagd auf Isegrim, die nur einer überleben wird: ein Schaf. Wer vorher eine Dosis schrägen Humors braucht, kann sich schon jetzt Meisters Kurzfilm „Es war feucht, dunkel und roch nach Holz ansehen“: So kannte man Homer bisher noch nicht.

Exklusiv aus der Redaktion „Hessen am Mittag”

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