Vortrag über Phänomene der westlichen Demokratien

Professor Armin Schäfer von der Uni Mainz spricht am 2. Februar für die Eugen-Kogon-Lecture im Hörsaal des Darmstädter Schlosses.

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DARMSTADT. Die Vorlesungsreihe "Eugen-Kogon-Lecture" des Instituts für Politikwissenschaft erinnert an die Gründungsgeschichte der Politikwissenschaft in Deutschland und an das Schicksal der Wissenschaftler, die aus rassischen oder politischen Gründen von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.

Eugen Kogon (1903-1987) gehörte der Gründergeneration der bundesrepublikanischen Politikwissenschaft an und hatte ab 1951 einen der bundesweit ersten Lehrstühle für Wissenschaftliche Politik an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt inne. Neben seiner Tätigkeit als Professor entfaltete Eugen Kogon auch eine breite publizistische Wirkung, unter anderem als Moderator und inhaltlicher Leiter des ARD-Politikmagazins "Panorama". Heute werden im Rahmen der Vorlesungsreihe einmal jährlich hervorragende Wissenschaftler eingeladen, die sich Fragen der Zeit aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive widmen.

Mit Professor Dr. Armin Schäfer (Universität Mainz) konnte ein Experte für empirische vergleichende Demokratieforschung für die Eugen-Kogon-Lecture gewonnen werden, so die Mitteilung. In seinem Vortrag referiert er über das Thema: "Die Versprechen der Demokratie und der Aufstieg des Populismus". Der Vortrag findet am Donnerstag, 2. Februar, ab 18.30 Uhr im Hörsaal des Kaisersaalbaus im Darmstädter Schloss statt. Im Anschluss an den Vortrag gibt es Raum für Diskussion und Fragen aus dem Plenum.

Schäfer fokussiert sich damit auf mehrere Phänomene, die westliche Demokratien aktuell vor große Herausforderungen stellen und verdeutlicht Zusammenhänge, die zwischen ihnen bestehen: Ein zentrales Versprechen der Demokratie sei die politische Gleichheit. Bürgerinnen und Bürger müssten die gleiche Chance haben, dass ihre Anliegen in politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. Doch im Gegensatz zu diesem normativen Versprechen würden die politischen Präferenzen der Bessergestellten systematisch stärker umgesetzt als die der Benachteiligten.

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Diese Verzerrung nehmen die Menschen wahr, was zum einen die Nichtwahlneigung erhöhe und zum anderen die Stimmabgabe für rechtspopulistische Parteien begünstige. Politische Ungleichheit sei eine Triebfeder demokratischer Entfremdung und der daraus resultierenden Protestwahl.