Verein „Eberschaftshilfe“ bietet Hilfestellungen nicht nur...

Wollen mit der „Eberschaftshilfe“ in Zukunft noch viele Projekte stemmen (von links): Birgid Büchling, Nicole Holzapfel und Zweite Vorsitzende Irmgard Nass-Griegoleit mit Praktikant Sascha Gerlach.Fotos: Andreas Kelm  Foto:

Einen Einkauf erledigen, während einer Abwesenheit die Blumen gießen oder die Begleitung zu einem Konzert – es sind diese kleinen Dinge, die die „Eberschaftshilfe“ im...

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EBERSTADT. Einen Einkauf erledigen, während einer Abwesenheit die Blumen gießen oder die Begleitung zu einem Konzert – es sind diese kleinen Dinge, die die „Eberschaftshilfe“ im Süden Darmstadts voranbringen will. „Nachbarschaftshilfe kann dazu beitragen, dass ältere Menschen länger in ihrer gewohnten Umgebung leben können“, betont Irmgard Naß-Grigoleit. Sie gehört zum sechsköpfigen Vorstand des im April 2016 gegründeten Vereins, der sich nicht nur auf ältere Klientel fokussieren will: „Nachbarschaftshilfe ist in jedem Alter wertvoll.“

Wollen mit der „Eberschaftshilfe“ in Zukunft noch viele Projekte stemmen (von links): Birgid Büchling, Nicole Holzapfel und Zweite Vorsitzende Irmgard Nass-Griegoleit mit Praktikant Sascha Gerlach.Fotos: Andreas Kelm  Foto:

Initiative ging vom Runden Tisch Seniorenarbeit aus

Die Initiative für den noch jungen Zusammenschluss ging vom Runden Tisch Seniorenarbeit aus. Eine dort gebildete Arbeitsgruppe nahm sich der Nachbarschaftshilfe an. „Und da war schnell klar, dass wir eine feste Vereinsstruktur brauchen, um eine Basis für die notwendige Arbeit zu schaffen“, erzählt Naß-Grigoleit. Zehn Gründungsmitglieder wagten den Sprung ins kalte Wasser. Heute zählt der Verein 50 Köpfe. Alle 14 Tage trifft sich die Eberschaftshilfe, die einen bulligen Eber als Vereinslogo nutzt, im Haus der Vielfalt oder im Rathaus. „Das sind richtige Arbeitstreffen“, erklärt Hilmar Nofftz, der die Internetseite entwickelt hat und sich um die Finanzen kümmert. Oft stehen Vorträge auf dem Programm: über Hausnotrufsysteme oder die Pflegestützpunkte. „Wir haben von Anfang an eng mit Pflegediensten zusammengearbeitet. Schließlich geht es uns nicht darum, professionellen Dienstleistungsanbietern Konkurrenz zu machen“, sagt Irmgard Naß-Grigoleit.

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Aber auch Organisatorisches wird besprochen: die Gestaltung und das Verteilen von Flyern, die Vorbereitung von Veranstaltungen, die Vernetzung mit Eberstädter Vereinen und Institutionen. Ob Kerb oder Weihnachtsmarkt – die Eberschaftshelfer sind überall präsent. Das Ziel: „Wir wollen in Eberstadt eine feste Größe werden.“ Das gilt vor allem in Bezug auf die gerade erst ins Rollen gebrachte Nachbarschaftshilfe: Wer Hilfe braucht oder anbieten möchte, kann das über das Internet, über Flyer oder telefonisch dem Verein mitteilen. Innerhalb von zwei bis drei Tagen wird die Hilfestellung organisiert – egal, ob es um eine einmalige oder regelmäßige Unterstützung geht. Wer Hilfe sucht, muss nicht dem Verein angehören. Nur bei den Hilfegebern ist das Pflicht“, informiert Naß-Grigoleit. Auch Schulungen wurden schon durchgeführt, bei denen beispielsweise das Verhalten beim Betreten einer fremden Wohnung thematisiert wurde. Schließlich gehe es um mehr als um die praktische Unterstützung: „Viele Ältere sind einsam und so sind wir auch für deie seelische Unterstützung da.“

Genau dafür hat sich die Eberschaftshilfe noch andere Angebote ausgedacht: Im Mai wurde ein Spielenachmittag in der Geibelschen Schmiede ins Leben gerufen, der nun einmal monatlich auf dem Programm steht. Zum Heinerfest startet die „Eberschaftshilfe on Tour“ zu kulturellen Veranstaltungen in der Innenstadt (siehe Kasten). „Viele ältere Menschen sind kulturell interessiert, scheuen sich aber, allein ins Zentrum zu fahren“, berichtet Naß-Grigoleit. „Für sie wollen wir mit einem Transport- und Begleitservice die Möglichkeit schaffen, aus dem Haus zu kommen.“

Stolz sind die Mitglieder darauf, dass sie bisher alle Aktionen aus eigener Kraft organisieren konnten. „Wir haben keine Berater gebraucht, weil jeder von uns unterschiedliche Kompetenzen einbringen konnte“, berichtet Naß-Grigoleit und lobt den Teamgeist bei den rund 20 Aktiven. Glücklich ist die Eberschaftshilfe zudem über die Unterstützung der Stadt, die dem Verein seit November einen Büroraum im Haus der Vielfalt zur Verfügung stellt. Bei den Sprechzeiten herrsche reger Andrang. „Und es ist gut, dass wir viele Kontakte knüpfen können“, sagt Naß-Grigoleit. „Schließlich wollen wir die Menschen auch emotional erreichen.“