Träger für's Darmstädter Heinermännchen wird gesucht

Mit Herz und Hand: Puppenspieler und -bauer Florian Harz bei der Arbeit in der Werkstatt der Comedy Hall.               Foto: Guido Schiek

Die Puppenbauer vom Kikeriki-Theater stellen die Darmstädter Kultfigur als Puppe gerade fertig. Freiwillige werden gesucht, die das Maskottchen auf dem Fest zum Leben erwecken.

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DARMSTADT. Kommt alle! – fordert das Heinermännchen in einem flammendroten Herz, das es auf der Brust trägt. Damit lädt es nach zweijähriger Corona-Unterbrechung endlich wieder zum Heinerfest ein, das weit über Darmstadts Grenzen hinaus bekannt ist. Eröffnung ist am Donnerstag, 30. Juni im Herrngarten. Gefeiert wird bis Montag, 4. Juli in der ganzen Innenstadt.

In Papierform, etwa auf quietschbunten Flyern oder Plakaten, ist das Heinermännchen – und natürlich auch das Heinermädchen – den meisten Darmstädtern schon bekannt. Auch als Ampelmännchen fordert der Ballonmütze tragende Heiner und das Heinermädchen mit den Zöpfen die Fußgänger am Karolinenplatz zum Stehenbleiben oder zum Gehen auf.

Puppenspieler arbeiten seit Wochen mit Hochdruck

Doch jetzt wird das Maskottchen des Heinerfests zum Leben erweckt. Die Idee dazu hatte Felix Hotz. Er gehört sowohl dem Darmstädter Heimatverein als auch dem Kikeriki-Theater an. Sein Verein war begeistert und gab ihm den Auftrag, die Puppe in die Realität umzusetzen. Dafür musste Hotz sich zunächst Verstärkung suchen – und fand sie bei seinen Kollegen von der Comedy Hall, wo das Kikeriki-Theater ansässig ist.

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Und so bastelt und näht Puppenspieler und -bauer Florian Harz seit Wochen mit Hochdruck an der Darmstädter Kultfigur und ist bei der Herstellung in den letzten Zügen. Ihn bat Hotz um Hilfe, denn wie der Verein verrät, ist Harz an der Nähmaschine der bessere Mann. Das hat er bei unzähligen Kikeriki-Puppen unter Beweis gestellt.

Wie geht’s voran? Harz verspricht: „Das Heinermännchen wird auf jeden Fall rechtzeitig zum Heinerfest fertig.“ Es gab verschiedene Zeichnungen von dem Heinermännchen – doch Harz hat sich an der ursprünglichen Zeichnung orientiert. Damit das Heinermännchen jedoch auch winkend über das Fest laufen kann, werden nun Träger gesucht. Angst davor, in der gleisenden Hitze im Kostüm einzugehen, braucht man allerdings nicht zu haben. Das knapp über zwei Meter große und etwa zehn Kilogramm schwere Heinermännchen wird mit einer Stütze auf der Schulter getragen. Durch das rote Herz kann man durchschauen. Auch die Arme und der Kopf sind beweglich.

Gesucht werden also mehrere Freiwillige, die das Heinermännchen zum Leben erwecken. Wer diesen ehrenvollen Job übernehmen möchte und als Maskottchen bei der Eröffnung und bei anderen Fest-Höhepunkten die Besucher beglücken möchte, kann sich bis zum 20. Juni unter foerderverein@darmstaedterheinerfest.de melden. Hilfreich wäre es, wenn der Träger oder die Trägerin mindestens 1,80 Meter groß ist und ein wenig Ausdauer mitbringt.

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„Vater“ des Heinermännchens ist übrigens Helmut Lortz, der in seiner geliebten Stadt viele künstlerische Spuren hinterlassen hat. Auch als Professor an der Hochschule der Künste im fernen Berlin blieb er Darmstadt im Herzen immer verbunden. Ursprünglich hatte Lortz den Beruf des Elfenbeinschnitzers erlernt, später studierte er dann Bildhauerei. Ab 1946 arbeitete er als freier Grafiker in Darmstadt.

In den 1960er-Jahren schuf er für eine Image-Broschüre einen Herrn, der sich gedankenverloren auf ein „Darmstadt“-Ortsschild stützt. Seitdem hat sich das Heinermännchen natürlich entwickelt – und ist inzwischen auf dem Sprung vom Papier ins echte Leben.