Tiere aus Darmstädter Tierheim suchen ein neues Zuhause

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 Kangal Cora schützt ihre Herde auf Teufel komm raus und braucht erfahrene Halter. Foto: TSV

Das Tierheim Darmstadt hat wegen des Coronavirus für den Publikumsverkehr geschlossen. Es vermittelt aber weiterhin. Neun Tiere suchen ein neues Zuhause.

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. Den Hunden geht es wie de Leut: Sie dürfen auch weniger raus als sonst. Zumindest die Hunde im Tierheim, denn sie werden aufgrund der Corona-Krise von ihren ehrenamtlichen Gassigehern derzeit nicht ausgeführt. Derzeit sind nur die Hauptamtlichen im Tierheim im Einsatz. 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen nicht nur ihre Arbeit, sondern auch die der Ehrenamtlichen zu stemmen: "Das ist bestimmt dreimal so viel wie sonst", sagt Claudia Kadow. Ein Mitarbeiter sei ausschließlich mit Hundeausführen beschäftigt.

Das Tierheim hat offiziell geschlossen - und das betrifft auch die Pensionsplätze für Katzen und Hunde. 20 bis 25 Tagespensionshunde müssen nun zuhause bleiben, und auch die zehn bis 15 Pensionsplätze für Hunde und 15 für Katzen, deren Familien im Urlaub sind, bleiben unbelegt. "Das ist richtig viel Geld, das da wegbricht", sagt Claudia Kadow. Die Kosten bleiben ja gleich. Es werden auch weiterhin Fundtiere abgegeben. Und weil der Publikumsverkehr wegfällt, sich also keine spontanen Situationen zum Verlieben ergeben können, ist auch die Vermittlung weniger geworden.

Tatsächlich werden derzeit auch weiter Tiere vermittelt, die künftigen Herrchen und Frauchen müssen aber schon im Internet gucken, welche Katze oder welcher Hund für sie in Frage kommt und dann telefonisch einen Termin ausmachen.

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Da sind zum Beispiel Romeo und Julia, beide 2019 geboren, die natürlich zusammenbleiben wollen. Der Umgang mit ihnen erfordert jede Menge Geduld, weil sie mutmaßlich ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen sind und sich deshalb noch nicht anfassen lassen wollen, sagt Claudia Kadow. Immerhin spielen sie schon ein bisschen, bevorzugt mit einer Angel, die man ihnen vor die Nase hält. "Aber es sind bestimmt noch viele Übungsstunden erforderlich, bis sie ihr Misstrauen Menschen gegenüber ablegen und sich dann vielleicht auch streicheln lassen", sagt sie.

Oder Knave und Knight, vier Jahre alt. Sie wurden mit einigen weiteren Katzen aus einem spanischen Tierheim übernommen. Auch diese beiden Kater möchten gemeinsam in ein ruhiges neues Zuhause ziehen. "Momentan sind die beiden noch sehr eingeschüchtert, wollen sich noch nicht so recht anfassen lassen", sagt Claudia Kadow. Die neuen Besitzer bräuchten also ein wenig Geduld. Nach der Eingewöhnungszeit sollten die beiden eine Freigang- Möglichkeit erhalten.

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Trup ist drei Jahre alt und hatte wohl einen Beckenbruch, der aber gut verheilt ist, teilt Claudia Kadow weiter mit. Sie ist menschenbezogen, verspielt, neugierig und verschmust, kommt auch auf den Schoß und braucht viel Aufmerksamkeit, faucht oder knurrt auch mal zwischendrin und ist deshalb für ganz kleine Kinder nicht geeignet. Trup braucht Freigang im neuen Zuhause.

Kangalhündin Cora ist ein Herdenschutzhund. Wer dazugehört, wird begrüßt und angeschmust, Fremde in ihrem Revier werden verjagt, "sie meldet andere Menschen und Hunde bei Sicht und geht ins Verteidigen, sollten sie ihre erste Warnung nicht ernst genug genommen haben", sagt Claudia Kadow. Daher sei es unabdingbar, die nötige Sicherheit, Fachkenntnis und Übung mit solchen Hunden zu haben, um konstruktiv mit ihr arbeiten zu können. Cora braucht eine ländliche Umgebung und viel Platz. "Zu einem kompatiblen Rüden in ihrer Gewichtsklasse würde sie als Raufkamerad sicher nicht Nein sagen", sagt Claudia Kadow. "Kinder, ebenso wie reger Besucherverkehr, sind wiederum nicht zu empfehlen. Cora ist ein Listenhund und darf nur mit den entsprechenden Auflagen gehalten werden. Ein positiver Wesenstest liegt vor.

Der dreijährige Husky-Mischling Bailey wurde auf einem Feldweg gefunden, ist nicht gechipt und lässt deshalb keine Rückschlüsse auf seine Herkunft zu. "Bailey ist ein recht selbstdarstellerischer junger Machorüde, der die meiste Zeit mit der Nase auf dem Boden beschäftigt ist, sein Territorium abzulaufen und zu markieren", so klingt die wenig schmeichelhafte Beschreibung eines typischen Jugendlichen von Claudia Kadow. "Wer Bailey aufnehmen möchte, dem sollte bewusst sein, dass Huskys meist sehr eigenständige Hunde sind, die dazu neigen, selbst Entscheidungen zu treffen und sich dem Menschen nur dann unterzuordnen, wenn man ihnen mit viel Konsequenz und Kompetenz begegnet". Kleinere Kinder sind für Bailey wohl eher unvorteilhaft.

Paco und Puffy sind Meerschweinchenbrüder, für die ein gemeinsames, artgerechtes Zuhause bei Menschen gesucht wird, die schon ein wenig Erfahrung mit Meerschweinchen haben.