Schulen erhalten Innovationspreise der Unternehmerverbände...

Zwei Schülerinnen im Labor: Wie begeistert man junge Menschen für Naturwissenschaften? Eine Antwort auf diese Frage gibt die Max-Planck-Schule in Rüsselsheim. Foto: dpa

Die Max-Planck-Schule in Rüsselsheim erhält für ihr "Planckini-Labor" den Innovationspreis der Unternehmerverbände Südhessen. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird...

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DARMSTADT. Die Max-Planck-Schule in Rüsselsheim erhält den Innovationspreis der Unternehmerverbände Südhessen. Wie Verbandssprecher Reinhold Stämmler mitteilt, wird das Gymnasium für sein "Planckini-Labor" ausgezeichnet, mit dem Schüler für die "MINT-Fächer" begeistert werden sollen: Mathematik, Naturwissenschaften, Technik und Informatik. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird am Mittwochabend in Darmstadt überreicht.

Der Übergang von der Schule zum Studium oder ins Berufsleben ist eine schwierige Phase. Viele junge Menschen erleben ihn als Hindernislauf. Schulen, Hochschulen und Betriebe wissen das und unternehmen einige Anstrengungen, um Schülerinnen und Schülern dabei Hilfestellung zu geben. In diesem Jahr zeichnen die Unternehmerverbände Südhessen besonders gelungene Beispiele aus.

Seit Beginn des Wettbewerbs vor 17 Jahren wurden nach den Worten Stämmlers über 260 schulische Projekte eingereicht und über hunderttausend Euro an Preisgeldern vergeben. Die Beiträge werden in einer Dokumentation zusammengefasst und den Schulen in Südhessen zur Verfügung gestellt.

Der erste Preis des Wettbewerbs, der in diesem Jahr unter dem Motto stand "Sprungbrett Schule - Wie Übergänge gelingen", wird der naturwissenschaftlich orientierten Max-Planck-Schule in Rüsselsheim zuerkannt. Nach Ansicht der Wettbewerbsjury sind Forschung und Entwicklung von fundamentaler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der Förderung der Mint-Fächer komme deshalb eine Schlüsselrolle zu. Im "Planckini-Labor" werden Grundschüler aus der Region an den naturwissenschaftlichen Unterricht herangeführt. Angeleitet werden sie von Oberstufenschülern, die sich so als Lehrer in den Zukunftsfächern ausprobieren können.

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Der mit 2000 Euro dotierte zweite Preis geht an die Martin-Niemöller-Schule in Riedstadt. In der Gesamtschule gibt es jedes Jahr viele Schüler, bei denen das Erreichen des Hauptschulabschlusses gefährdet ist. Ein viertägiges "Lebens-Orientierungs-Seminar", das außerhalb der Schule angeboten wird, soll den jungen Menschen helfen, ihre Stärken und Fähigkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln. An verschiedenen Stationen wird zum Beispiel ein Verkaufsgespräch simuliert, ein Bewerbungsgespräch geführt, ein Vortrag gehalten oder gemeinsam ein Mittagessen gekocht. Dazu gibt es Informationen über berufliche oder schulische Perspektiven.

Den dritten Platz (1000 Euro) belegt die Eleonorenschule in Darmstadt. Das Gymnasium bietet eine "Studien- und Berufsorientierung in der Oberstufe" an, um den Übergang in eine Berufsausbildung oder die Wahl eines Studienfaches zu erleichtern. Die Schüler besuchen "Zukunftswerkstätten" und "Lernlabore" und werden von einem Berufsnavigator beraten.

Ein mit 500 Euro ausgestatteter Sonderpreis wird der Heinrich-Emanuel-Merck Schule in Darmstadt zuerkannt. Das Projekt "Empowerment für junge geflüchtete Frauen in der Schule" schafft einen Schutzraum für Schülerinnen, in dem sie sich außerhalb der von jungen Männern und deren oft rüdem Umgangston dominierten Flüchtlingsklassen orientieren und austauschen können.

Von Rainer H. Schlender