Meinung

Schattendasein

Katrin Mader

Die Schwächsten trifft es meist am härtesten. Das gilt auch in diesem Fall. Frauen, die in Vor-Corona-Zeiten ohne Sozialversicherung anschaffen gingen, haben derzeit folglich...

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Die Schwächsten trifft es meist am härtesten. Das gilt auch in diesem Fall. Frauen, die in Vor-Corona-Zeiten ohne Sozialversicherung anschaffen gingen, haben derzeit folglich keinen Anspruch auf Sozialleistungen. Dass manchen dann aus finanziellen Gründen keine Wahl bleibt, als weiter anzuschaffen, liegt nahe. Die Abhängigkeit nicht nur von den Einkünften, sondern auch oft von Zuhältern, ist ein zusätzlicher Faktor der die Frauen auf die Straße treibt. Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen trotzdem Anlaufstellen haben, mit denen sie ihre Sorgen teilen und von denen sie Unterstützung bekommen können. Im Fall der Straßenprostitution können Ordnungsamt, Polizei und auch Sozialarbeiter die Situation einschätzen und zumindest in einem gewissen Rahmen beeinflussen. Was sich allerdings hinter verschlossenen Türen abspielt, das entzieht sich jedweder Kenntnis, weswegen es gut ist, dass sich die Darmstädter in diesem Bereich so wachsam zeigen. Trotzdem wäre es insbesondere für die Frauen wünschenswert, dass schnell Lösungen gefunden werden, wie auch für diese Branche ein legales Arbeiten wieder möglich wird.