Platz für 600 Wohnungen in Eberstadt und Kranichstein

SPD drängt auf Kauf zweier Landesgrundstücke in der Marienburgerstraße und an der Jägertorstraße, Stadt ist in Verhandlung mit hessischer „Baulandoffensive“

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DARMSTADT. (bif). Rund 150 Sozialwohnungen und 120 Wohnungen für mittlere Einkommen, das ist das Potenzial, das die Darmstädter SPD-Fraktion auf zwei Grundstücken des Landes in der Jägertorstraße in Kranichstein und in der Marienburgerstraße in Eberstadt sieht. Die beiden Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 35 000 Quadratmetern gehören dem Land und können im Rahmen der „Baulandoffensive“ der Landesregierung von Darmstadt gekauft werden.

Für beide Areale bestehe Baurecht und sie könnten von der Stadt sofort gekauft werden, weil im Haushalt 10 Millionen Euro bereitstünden, teilt die SPD mit.

Der SPD-Wohnungsbaupolitiker und Landtagsabgeordnete Michael Siebel nennt es „einen großen Schritt zur Beseitigung der Wohnungsnot in Darmstadt“ und fordert unverzüglichen Ankauf. Die Flächen würden vergünstigt abgegeben, pro geförderter Wohnung würden 25 000 Euro vom Kaufpreis abgezogen, sagt Siebel. Darüber hinaus gelte ein verbilligter Grunderwerbssteuersatz. Werde eines der Grundstücke vom Bauverein erworben, könne der Vertrag über den Bau von jährlich 100 Sozialwohnungen auf 200 aufgestockt werden, heißt es weiter. Dies habe die SPD in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert.

Sie befänden sich „aktuell in guten Verhandlungen mit dem Land“, antwortet Oberbürgermeister Jochen Partsch auf den SPD-Vorstoß, der in eine Kleine Anfrage mündete. Konkret gehe es um die Grundstücke Marienburgstraße 4 bis 74 – die Gebäude wurden für die Justizmitarbeiter des Eberstädter Gefängnisses gebaut – wo rund 15 000 Quadratmeter Wohnraum entstehen könnten.

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Das Areal an der Jägertorstraße zwischen Siemens- und Gruberstraße gehört zu 43 Prozent dem Land und zu 57 Prozent der Stadt. Hier könnten 23 000 Quadratmeter Wohnraum entstehen. Wie gefordert, sollen hier 25 Prozent Sozialwohnungen und 20 Prozent Wohnraum für mittlere Einkommen entstehen. Die Stadt verhandle, dass die Areale nicht an die Stadt, sondern ohne Umweg direkt an den Bauverein verkauft würden.

Die Eile, zu der die SPD drängt – Siebel: „Es besteht Handlungsbedarf, weil die Richtlinien des Landes vorsehen, dass innerhalb einer Frist von fünf Jahren nach Abschluss des Kaufvertrags die Wohnungen bezugsfertig sein müssen“– sieht Partsch zumindest für die Marienburgerstraße nicht. Dort seien „noch zahlreiche Gebäude vermietet, die erst noch freigezogen werden müssen“.