Neues Online-Portal zum Thema „Wandelbares Darmstadt“

„Wandelbares Darmstadt“ heißt das von Lisa Mattis entwickelte Online-Portal. Foto: Torsten Boor

„Es muss nicht jeder direkt sein ganzes Leben komplett umkrempeln, sein Auto abschaffen, sich autark ernähren oder die Kleidung selbst nähen“, sagt Lisa Mattis. „Jeder...

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DARMSTADT. Nachhaltig leben, das ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Lisa Mattis hat für ihre Masterarbeit – sie studiert Medienentwicklung an der Hochschule Darmstadt – das Online-Portal „Wandelbares Darmstadt“ entwickelt. Auf der Website wird über Geschäfte, Institutionen, Menschen, Projekte und Initiativen informiert, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben.

„Es muss nicht jeder direkt sein ganzes Leben komplett umkrempeln.“

„Die Idee hatte ich vor zwei Jahren“, sagt Lisa Mattis, die Social-Media-Managerin ist und auch als Flugbegleiterin arbeitet. Nachhaltigkeit sei seit einigen Jahren in den Medien präsent, werde jedoch meist eher allgemein thematisiert. Viele Menschen, so ihre Erfahrung, tun sich schwer damit, das Thema in den Alltag zu integrieren. Kein Wunder, gibt es doch beispielsweise immer noch in Supermärkten in Folie eingeschweißtes Gemüse zu kaufen.

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Wer das nicht mehr will, muss umdenken und Alternativen suchen. Lisa Mattis will auf ihrem Portal zeigen, wie „unkompliziert der Zugang zu nachhaltigen Angeboten“ in Darmstadt ist. Viel zu häufig werde das Thema Nachhaltigkeit mit Informationen überfrachtet. Dies führe dann bei vielen Leuten, ganz ähnlich wie die Politikverdrossenheit, zur Resignation. „Es muss nicht jeder direkt sein ganzes Leben komplett umkrempeln, sein Auto abschaffen, sich autark ernähren oder die Kleidung selbst nähen“, sagt Lisa Mattis, die sich selbst als einen eher bequemen Menschen bezeichnet – und sich derzeit nicht vorstellen kann, ganz aufs Autofahren zu verzichten. Für sie ist das jedoch kein Grund, ganz generell auf Nachhaltiges zu verzichten. Sie findet: „Jeder Schritt zählt“. Auch wenn es nur die Entscheidung gegen den Supermarkt und für das Einkaufen im „Unverpackt“-Laden ist. Nachhaltig ist eben auch, wer sein Obst und Gemüse in Bauernläden einkauft, die Klamotten im Second-Hand-Shop erwirbt und Bücher nicht einfach wegwirft, sondern sie in einem der vielen öffentlichen Bücherschränke, die es in Darmstadt gibt, stellt.

„Green-Washing“ soll verhindert werden

Grundlage des neuen Portals ist der interaktive Stadtplan, die „Wandelkarte“ der Initiative Transition Town Darmstadt, mit Infos und Adressen zu Themen wie Essen, Kaufen, Tauschen, Teilen, Reparieren. „Das Portal entstand in Kooperation mit der Initiative“, sagt Lisa Mattis.

Was alles geht, zeigt Lisa Mattis zudem anschaulich in ihrem Blog, der zum Portal gehört. Dort erzählt sie die Geschichten, die hinter den Initiativen stehen. Beispielsweise stellt sie den Imker Stefan Fuchs aus Kranichstein vor und den öffentlichen Nutzgarten der Initiative Essbares Darmstadt am Staatstheater. „Der Blog soll die Menschen abholen, nicht dogmatisch und auch nicht missionarisch sein.“ Sie wünscht sich, dass jeder auf der Website etwas findet, was ihn anspricht und interessiert. „Je öfter man was gehört und gelesen hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es am entscheidenden Punkt Klick macht“, so Lisa Mattis.

Geld verdient sie mit ihrem Portal ganz bewusst nicht. „Es ist ein ideelles Projekt .“ Derzeit arbeitet sie noch daran, Kriterien festzulegen, um nicht Unternehmen und Initiativen auf den Leim zu gehen, die sich einfach nur ein grünes Mäntelchen umhängen – Stichwort Green-Washing. Bei lokalen Projekten sei das auch weniger ein Problem, da man sie vor Ort überprüfen kann. Sie will künftig trotzdem genauer hinschauen, ob die Angebote auch wirklich nachhaltig sind. „Ich hoffe da auf Mitstreiter“, sagt Lisa Mattis.

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Weitere Infos unter www.wandelbaresdarmstadt.de.