Neuer Anlauf für neue Studentenbuden in Darmstadt

Visualisierung Außenansicht des Bauvorhabens im Groß-Gerauer Weg 2 in Darmstadt. Visualisierung: Kocagöl Gruppe

Nach einem Besitzerwechsel könnte im Mai der Umbau des entkernten Gebäudes im Groß-Gerauer Weg beginnen. Dort hatte früher der Baukonzern Strabag seinen Sitz.

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VERLEGERVIERTEL. Auf der Baustelle des einstigen Strabag-Hauses Ecke Holzhofallee/Groß-Gerauer Weg herrscht seit mehr als einem Jahr Stillstand. Jetzt signalisiert der neue Eigentümer, dass es mit den Bauarbeiten bald weitergehen könnte.

Visualisierung Außenansicht des Bauvorhabens im Groß-Gerauer Weg 2 in Darmstadt. Visualisierung: Kocagöl Gruppe
Der Stillstand an dem entkernten Bürogebäude am Groß-Gerauer Weg könnte bald beendet sein und der Bau der Studentenwohnungen beginnen. Foto: Guido Schiek, Visualisierung: Kocagöl Gruppe

Das mehrstöckige Bürogebäude war im Spätherbst 2017 völlig entkernt worden. Seitdem steht auf dem Grundstück Groß-Gerauer Weg 2, so die offizielle Adresse, nur noch ein zumindest äußerlich heruntergekommenes Gebäude-Gerippe. Lange war unklar, warum die Arbeiten stillstanden und wem das entkernte Gebäude überhaupt gehörte. Der frühere Eigentümer, das Frankfurter Immobilienunternehmen Cairos, wollte dazu keine Auskunft geben.

Inzwischen steht fest, dass das Rüsselsheimer Bau- und Immobilienunternehmen Kocagöl Group das ehemalige Darmstädter Quartier des Bauunternehmens Strabag von Cairos bereits vor einem Jahr gekauft hat. Firmeneigner Mehmet Kocagöl sagte, man halte an dem von Cairos geplanten Vorhaben fest und wolle das Haus zu einem Studentenwohnheim umbauen.

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Eine endgültige Entscheidung darüber werde allerdings erst in den nächsten Wochen fallen, da Überlegungen, das Objekt weiter zu verkaufen, noch nicht völlig vom Tisch seien. „Ich neige allerdings dazu, das Haus umzubauen und zu behalten“, betonte Kocagöl, der sich mit dem Vorhaben erstmals auf dem Darmstädter Immobilienmarkt engagiert. Der Unternehmer sprach von einer „richtigen Entscheidung“, an dieser Stelle in unmittelbarer Nähe zur Hochschule Darmstadt Wohnraum für Studenten zu schaffen.

Kommt es so, sollen in dem Gebäude, in dem die Strabag bis Ende 2002 ihren Darmstädter Firmensitz hatte, 124 Ein-Zimmer-Wohnungen für Studenten entstehen. Die Appartements werden 17 bis 22 Quadratmeter groß sein, jeweils mit Bad und Küchenzeile.

Wenn Kocagöl das Gebäude behält, wird der Umbau nach seinen Worten im Mai losgehen. Die Baugenehmigung dafür liegt vor, auch die Stellplatz-Frage ist geregelt. Es gebe auf dem Grundstück genug Parkplätze, sagte der Unternehmer. Bei Studentenwohnheimen seien weniger Plätze vorzuhalten als im allgemeinen Wohnungsbau. Die Umbauarbeiten sollen, wenn sie wirklich im Mai starten, rund ein Jahr dauern.

Auf die Frage, warum sich auf der Baustelle seit der Übernahme des Objekts ein Jahr lang nichts getan hat, sagte Kocagöl, abgesehen von abschließenden Planungsarbeiten hätten er und seine Mitarbeiter schlicht zu viel mit anderen Vorhaben zu tun gehabt, um sich um die Darmstädter Baustelle zu kümmern. „Aber jetzt ist die richtige Zeit“, betonte der Unternehmer, der sich bei den aktuellen Wahlen um einen Sitz in der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Darmstadt bewirbt.

Von Joachim Nieswandt