Nach Messerattacke in Darmstädter Schepp Allee: CDU fordert...
Der Vorsitzende der Darmstädter CDU fordert nach dem Angriff auf eine 17-Jährige in der Schepp Allee die medizinische Altersfeststellung, wenn keine Ausweisdokumente...
DARMSTADT. Nach der Messerattacke vom 22. Dezember, als ein 16-jähriger Afghane seine 17-jährige Ex-Freundin niedergestochen haben soll, meldet sich der Vorsitzende der Darmstädter CDU, Paul Georg Wandrey, zu Wort. "Es ist schwer zu ertragen, dass jemand der in Deutschland Schutz und ein Obdach empfangen hat, solche Taten begeht", so Wandrey. "Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, müsse der Täter nach Ableistung seiner Haftstrafe umgehend abgeschoben werden.
Zudem spricht sich Wandrey für eine medizinische Altersfeststellung aus, wenn keine Ausweisdokumente vorlägen oder sonst Zweifel am vorgeblichen Alter bestünden. Die Darmstädter Staatsanwaltschaft hat Zweifel, was das Alter des mutmaßlichen Täters angeht und bei Gericht ein Altersgutachten beantragt. Der mutmaßliche Täter kam ohne Papier nach Deutschland. Seit 2015 lebt er in einer Wohngruppe in Darmstadt. Laut Staatsanwaltschaft wurde vor der Tat "nichts strafrechtlich Relevantes mit Bezug zu dem Beschuldigten bekannt".
"Es kann nicht sein, dass Menschen sich über Falschangaben beim Alter einen besonderen Schutzstatus und eine besondere Förderung erschleichen. Eine medizinische Altersfeststellung ist daher in solchen Fällen zwingend erforderlich und auf jeden Fall eine vertretbare Maßnahme", meint der CDU-Vorsitzende. Das gesetzliche Instrumentarium müsse vollumfänglich und einheitlich umgesetzt werden.
Einzelheiten will die Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt geben
Das Alter des Täters ist entscheidend für das Strafmaß - ob der Täter nach Jugendrecht oder Erwachsenenrecht verurteilt wird. Derzeit ist der junge Mann in Untersuchungshaft. Da er wegen versuchten heimtückischen Mordes angeklagt wird und eine potenzielle Fluchtgefahr besteht, hält es die Staatsanwaltschaft für ausgeschlossen, dass er bis zur Anklage wieder auf freien Fuß kommt. Mit drei Monaten bis zur Anklageerhebung rechnet die Staatsanwaltschaft angesichts der umfangreichen Ermittlungen.
Die Tat schockiert aufgrund ihrer Brutalität. Wie das ECHO erfahren hat, soll der Tatverdächtige sich gegen 20.45 Uhr in der Schepp Allee mit seiner Ex-Freundin getroffen haben. Die Beziehung der beiden war beendet. Doch soll der mutmaßliche Täter das 17-jährige Mädchen um "eine letzte Umarmung" gebeten haben. Mit einem Springmesser stach er dann auf sie ein, das Mädchen sank zu Boden. Dann soll der vermeintlich 16-Jährige mindestens zehn weitere Mal auf den Oberkörper seiner Ex-Freundin eingestochen haben. Mittlerweile konnte das Opfer vernommen werden. Einzelheiten will die Staatsanwaltschaft aber nicht bekannt geben, um Zeugen nicht zu beinflussen.
Die Schwerstverletzte konnte noch um Hilfe rufen
Die Schwerstverletzte konnte noch mit letzter Kraft nach Hilfe rufen. Helfer eilten herbei und leisteten Erste Hilfe. In einer Notoperation an einer Darmstädter Klinik konnten Ärzte das Leben des Mädchens retten. Die junge Frau sei mittlerweile außer Lebensgefahr.
Der Darmstädter Fall hat jetzt für ein großes Medienecho gesorgt, da sich nur fünf Tage später ein ähnlicher Fall in Kandel bei Ludwigshafen abgespielt hat - allerdings mit tödlichem Ende. Eine 15-Jährige starb nach den Messerstichen. Auch hier war der Täter ein unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan. Und ebenso bestehen bei dem angeblich 15-jährigen Tatverdächtigen Zweifel an dem Alter, das er angegeben hat.
Von Patrick Körber