Monatswetter: Der Juli verlangt den Heinern einiges ab

Auch der Herrngarten leidet unter der Trockenheit. Der Rasen hat sich braun verfärbt. Foto: Birgit Femppel

Der Juli hatte es in sich: Viele Sonnentage, große Hitze und fast kein Regen.

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DARMSTADT. Manchmal bedarf es nur eines kurzen Blickes in die Chronologie, um festzustellen, wie unterschiedlich das Wetter in einem Monat sein kann. Juli 2017: durchschnittlich temperiert, außergewöhnlich wenig Sonne, extrem viel Regen. In Zahlen: 19,6 statt 19,3 Grad, 194 statt 232 Sonnenstunden, 139 statt 75 Millimeter Regen.

Das Kontrastprogramm haben die Darmstädter gerade erst erlebt. „Der Juli hat es wieder mal in sich gehabt“, kommentiert Peter Süßmann. Der Hobby-Meteorologe aus Wixhausen kommt kaum noch hinterher, wenn es darum geht, den Juli 2018 einzuordnen ins Darmstädter Wettergeschehen. Aber mit kühlem Kopf und vielen Daten aus seiner schier unerschöpflichen Sammlung bekommt er den Monat in den Griff.

Im Jahr 2015 war es noch wärmer

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Bei den Vergleichen bemüht Süßmann unter anderem die Jahre 2006 und 2003. Mit durchschnittlich 21,7 Grad, gemessen an der Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Rande des Oberfeldes, war der Juli im Vergleich zum langjährigen Monatsmittel des Zeitraums 1981 bis 2010 um 2,4 Grad zu warm. Spitzenreiter bleibt also der Juli 2006 mit 23,1 Grad. Der Monatshöchstwert, aufgestellt am letzten Julitag (37,1 Grad), kommt nicht ans absolute Maximum heran: Vom 5. Juli 2015 stehen 38,4 Grad zu Buche. Ähnlich viele heiße Tage (mindestens 30 Grad) wie diesmal – Darmstadt ist mit 20 hessenweit vorn – gab es 2006 und 1994, als der Sommer ebenfalls außergewöhnlich warm war. Das Ausmaß der dauerhaften Hitze, der die Heiner in diesem Jahr ausgesetzt sind, verdeutlicht anschaulich auch die Anzahl jener Tage, an denen der Höchstwert unter 25 Grad lag: neun Tage im Juni, zwei im Juli – in der Summe also an nur elf von 61 Sommertagen. Das inzwischen besorgniserregende Ausmaß der Trockenheit ist für jeden sichtbar: Die Blätter rieseln von den Bäumen, als sei es Herbst, das Gras ist schon längst nicht mehr grün. Seit 1849 – so weit reicht Peter Süßmanns Datensammlung zurück – gab es nur drei Jahre, an denen der Juli noch weniger als die aktuellen acht Millimeter Regen zu bieten hatte: 1949 (5), 1935 und 1921 (jeweils 6). Welchen Strapazen die Natur ausgesetzt ist, zeigt auch dieser Vergleich: Von Mai bis Juli kamen in Darmstadt nur 75 Millimeter zusammen; im langjährigen Mittel müssten es 218 sein, also dreimal so viel. „Seit Mitte Juni sind nur gut acht Millimeter Niederschlag gefallen, es hätten 100 Millimeter sein müssen“, stellt Süßmann fest.

Stattdessen Sonne satt: 304 Stunden sind im Vergleich zum langjährigen Mittel (232) aller Ehren wert und reizen ebenso zum Vergleich. Noch mehr Sonne gab es zuletzt im Jahr 2013 (316 Stunden), das Maß der Dinge in Peter Süßmanns in diesem Fall bis 1911 zurückreichender Reihe ist noch immer der Juli 2006 mit 339 Stunden.