Mit der Flash-Bestrahlung gegen den Krebs

Eine Grafik zur Totalansicht des GSI. Der Beschleuniger-Ring soll später wieder bewaldet werden. Grafik: GSI
© Grafik: GSI

An der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt wird an einer neuen Behandlungsmethode geforscht, die in der Fachwelt Aufsehen erregt.

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DARMSTADT. (red). Es könnte eine schlagkräftige Waffe im Kampf gegen den Krebs werden und völlig neue Möglichkeiten für die Tumortherapie mit geladenen Teilchen eröffnen: Flash-Bestrahlung – die Applikation einer ultrahohen Strahlendosis in sehr kurzer Zeit – steht weltweit im Blickpunkt und wird mit hoher Expertise bei GSI und Fair vorangetrieben, informiert die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung jetzt in einer Mitteilung. Die klinische Implementierung des Verfahrens ist laut „Physics World“ einer der „zehn größten Durchbrüche des Jahres 2022“. In seiner Dezember-Ausgabe präsentiert das weltweit führende High-Impact-Journal „Nature Reviews Clinical Oncology“ die Flash-Methode als aktuelle Titelgeschichte. Der Leiter der GSI-Abteilung Biophysik, Professor Marco Durante, ist einer der drei Autoren.

Der Wissenschaftliche Geschäftsführer von GSI und Fair, Professor Paolo Giubellino, sagt dazu: „GSI und Fair sind führende Forschungszentren in der Erforschung und Entwicklung der Flash-Therapie. Ich freue mich sehr, die aktuelle Forschung so prominent in einem der einflussreichsten wissenschaftlichen Medien für die Onkologie platziert zu sehen, was die allgemeine Bedeutung dieses Themas zeigt. Dies belegt einmal mehr, wie stark unsere Grundlagenforschung die Entwicklung neuer Technologien und Methoden von großer gesellschaftlicher Bedeutung fördert. Zusammen mit starken Partnern arbeiten wir intensiv daran, dass unsere wissenschaftlichen Durchbrüche der Gesellschaft zugutekommen.“

Die Titelgeschichte in „Nature Reviews Clinical Oncology“ bezieht sich auf eine aktuelle Forschungsarbeit von Professor Marco Durante, Leiter der GSI-Biophysik, sowie Dr. Marie-Catherine Vozenin und Professor Jean Bourhis, Universitätsspital Lausanne und Universität Lausanne, mit dem Titel „Towards clinical translation of FLASH radiotherapy“. Die Vorteile ultrakurzer Behandlungen mit hohen Strahlendosen gehen über die potenzielle Erweiterung des therapeutischen Fensters sogar noch hinaus, denn kurze Behandlungszeiten könnten auch den Komfort für die Patienten und die Arbeitsabläufe in den klinischen Zentren verbessern“, fassen die Wissenschaftler zusammen.