Mit Aldi sind nicht alle in Arheilgen glücklich

Auf dieser bisherigen Spielfläche an der Darmstädter Straße könnte ein Aldi-Markt entstehen. Archivfoto: Dagmar Mendel

Die Pläne, in Arheilgen einen zweiten Aldi-Markt anzusiedeln, sorgen weiter für Diskussionen im Stadtteil. Wie berichtet, will der Discounter dort eine weitere Filiale...

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ARHEILGEN. Die Pläne, in Arheilgen einen zweiten Aldi-Markt anzusiedeln, sorgen weiter für Diskussionen im Stadtteil. Wie berichtet, will der Discounter dort eine weitere Filiale eröffnen. Diese soll ins Erdgeschoss eines Neubaukomplexes einziehen, den das Unternehmen auf einer der letzten freien Flächen im Ortskern zwischen der Darmstädter Straße und der Frankfurter Landstraße errichten will. Neben einer Tiefgarage mit 57 Plätzen sollen dort 16 Mietwohnungen entstehen.

Anfang April hat der Vorstand des Gewerbevereins Arheilgen eine E-Mail-Umfrage gestartet, um ein Stimmungsbild der Arheilger Einzelhändler zu ermitteln. Doch das gestaltete sich schwierig: "Von rund 90 Mitgliedern haben sich nur 15 zurückgemeldet", sagt der Vorsitzende Bernd Hassenzahl. Die Meinungen gingen "in alle Richtungen, positiv wie negativ".

Dennoch positioniert sich der Gewerbeverein gegen die Ansiedlung eines Aldi-Markts beziehungsweise einer anderen Einkaufsmöglichkeit in dieser Größe. "Wir tun alles, um eine Alternative zu finden", sagt Hassenzahl. Aus Sicht des Gewerbevereins wäre für den Einzelhandel im Ortskern "etwas Kleineres" wünschenswert.

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Deshalb hat der Gewerbeverein aktiv einen privaten Investor gesucht - und gefunden. Den Namen will Hassenzahl noch nicht nennen. Es handele sich aber um "einen Darmstädter", der sich um den Erwerb der Grundstücke und deren Bebauung Gedanken gemacht habe. Bestandteil der Überlegungen sei auch die Schaffung neuen Wohnraums.

Am Freitag vergangener Woche habe man Oberbürgermeister Jochen Partsch die Vorschläge präsentiert. "Nun müssen die Rahmenbedingungen sondiert werden", sagt Hassenzahl, um zu sehen, ob die Vorstellungen von Investor und Verwaltung zusammenpassen. Die Stadt bestätigt intensive Gespräche mit dem Gewerbeverein. "Grundsätzlich sind wir offen für solche Vorschläge; deshalb wird ein Gesprächstermin zwischen dem Oberbürgermeister und dem genannten Investor zeitnah stattfinden", heißt es seitens der Stadt.

Weiter verhandelt wird aber auch mit Aldi, denn die Stadt hat nach eigenem Bekunden "nach wie vor ein großes Interesse daran, dass die Baulücke in der Arheilger Landstraße nördlich der Unteren Mühlstraße geschlossen wird und dort Wohnungen - mit einem entsprechenden Anteil von Sozialwohnungen - entstehen." Wie die städtische Pressestelle mitteilt, ruht das parlamentarische Beratungsverfahren unterdessen. "Wenn die Verhandlungen mit Aldi über den erwünschten Anteil an Sozialwohnungen abgeschlossen sind, wird das parlamentarische Verfahren wieder aufgenommen", heißt es.

Die Frage, wie Aldi grundsätzlich zu einem Anteil an gefördertem Wohnraum in dem geplanten Neubaukomplex steht, beantwortet das Unternehmen auf Nachfrage nicht. Stattdessen heißt es in einer Pressemitteilung: "Gerne teilen wir mit, dass im vergangenen Jahr erste Informationsgespräche mit der Stadt Darmstadt zum Thema Sozialwohnungen stattgefunden haben. Weitere Gespräche sind bereits terminiert."

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Der Stadtteilverein sieht einen zweiten Aldi-Markt in Arheilgen nach wie vor kritisch. "Uns wäre lieber, es gäbe eine freie Ausschreibung", sagt dessen Vorsitzender Michael Jeder und präzisiert: "Einen Aldi haben wir schon, warum kann man nicht mit Lidl oder Netto verhandeln?".

Im Gegensatz zum Gewerbeverein lehnt der Stadtteilverein einen großen Einkaufsmarkt im Ortskern aber nicht grundsätzlich ab. "Ein zusätzlicher Einzelhändler kann sicherlich nicht schaden." Allerdings kritisiert Jeder die Strategie des Discounters. "Aldi versucht hier Fuß zu fassen mit dem Versprechen, Wohnraum zu schaffen." Dadurch, so Jeder, würden die Entscheidungsträger beeinflusst.