Lincoln-Siedlung: Bauverein AG informiert über Neubauwohnungen

Die Wohnungen des Bauvereins in der Lincoln-Siedlung sind demnächst bezugsfertig. Archivfoto: Andreas Kelm

176 Wohnungen bietet die Bauverein AG jetzt in der Lincoln-Siedlung zur Vermietung an. Im Darmstadtium konnten sich Interessenten darüber informieren.

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LINCOLN-SIEDLUNG. „Uns wurde die Wohnung wegen Eigenbedarfs gekündigt“, erklärt der 50 Jahre alte Familienvater, warum er am Samstag ins Darmstadtium gekommen ist, wo die Bauverein AG über ihre neu gebauten Mietwohnungen in der Lincoln-Siedlung informiert. 176 Wohnungen werden jetzt in einem ersten Schub angeboten. Zu der Höhe der Mieten erklärte Bauvereinmitarbeiterin Claudia Seifert, dass diese Wohnungen frei finanziert seien. „Die richten sich nach dem Mietspiegel.“ Die sozial geförderten Wohnungen würden noch vorgestellt, „sie werden ab Dezember vermietet“.

Dass Lincoln als autoarmes Quartier geplant ist, interessiert den Vater mit zwei kleinen Kindern nicht. „Bevor man unter einer Brücke übernachten muss, schluckt man viele Kröten“, sagt er. „Autoarm“ hält er für „Fantasterei“. In seinem Beruf gehe es nicht ohne Auto, sagt der Fünfzigjährige; wegen der Kinder müsse seine Frau kreuz und quer durch die Stadt.

„Ich bin gerade dabei, mein Auto abzuschaffen“, sagt hingegen ein 76 Jahre alter Darmstädter. Für ihn sei das autoarme Quartier kein Problem. Vieles sei mit dem ÖPNV möglich. „Nur, wer soll die Mieten bezahlen?“, fragt er und zeigt auf das halbe Dutzend Stelltafeln mit Grundrissen und Monatsmieten. „Da guckt man doch besser nach Eigentumswohnungen.“

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Die Wohnungen sind 31 (ein Zimmer) bis 114 Quadratmeter (vier oder fünf Zimmer) groß und kosten von rund 560 Euro (jeweils warm) über 1322 Euro (78 Quadratmeter, drei Zimmer) bis zu 1840 Euro für fünf Zimmer.

Ein Paar mit zwei Kindern hat bei den Mieten auch erstmal geschluckt. „Wir arbeiten beide“, sagt der 39 Jahre alte Familienvater, aber das halbe Gehalt für die Miete aufbringen zu müssen, findet das Paar zu viel. „Man sagt doch, die Miete sollte ein Drittel des Nettogehalts betragen“, erinnern sie an die Definition für bezahlbaren Wohnraum. Bei 1700 Euro für vier Zimmer müsste man 5100 Euro netto haben. Autoarm wäre für die Familie aber kein Problem, sagen beide. „Ich fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit“, sagt der Vater, und in der Siedlung sei ja ein Kindergarten.

„Für mich ist das rundherum stimmig“, sagt hingegen Marion Rodehau (53), die für sich und ihre 17 Jahre alte, im Rollstuhl sitzende Tochter Lucie eine behindertengerechte Wohnung sucht. „Die Ausstattung ist ja auch sehr gut“, sagt sie und weist etwa auf den Hausmeisterservice und Parkettböden hin. Sie nehme schon jetzt an den Nachbarschaftsrunden der Lincoln-Siedlung teil und findet, dass sich dort eine gute Mischung an Bewohnern entwickele.

Über das autoarme Konzept informieren im Darmstadtium die Lincoln-Mobilitätszentrale und das Stadtplanungsamt. „Grob haben zwei Drittel der Wohnungen einen Stellplatz“, erklärt Astrid Samaan von der Stadt. Darmstadtweit gebe es 0,7 Fahrzeuge pro Haushalt, weist die Verkehrsplanerin hin. Sie rät, seinen Mobilitätsbedarf analysieren zu lassen. „Wenn man nicht mehr als 10 000 Kilometer im Jahr fährt, könnte sich Car-Sharing rechnen“, nennt sie ein Beispiel.

Arnulf Großhaus, Leiter des Amts für Wohnungswesen, informierte über Förderprogramme. Es gebe sozial geförderten Wohnraum für sogenannte mittlere und Förderung für geringe Einkommen, erklärt er. Ob man förderberechtigt sei, müsse man individuell ermitteln. Er rät, einen Antrag zu stellen, um Klarheit zu bekommen.