Kandidaten für Hessen-Sieg bei "Jugend forscht" präsentieren...

Sophie Zercher, Caroline Schmidt und Niklas Dietzel (v.l.) vom Schuldorf Bergstraße aus Seeheim-Jugenheim  haben intelligentes Spielzeug für Hunde entworfen.   Foto: Andreas Kelm

82 Jugendliche wetteifern beim Landesentscheid von "Jugend forscht" in Darmstadt darum, beim Bundesfinale Ende Mai in Erlangen dabei zu sein. Vorgestellt werden unter dem Motto...

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DARMSTADT. Ihre Themen haben die jungen Tüftler oft im Alltag entdeckt. Neugier treibt sie an: Wie wird ein Getränk in einer Thermoskanne wieder warm? Können Rettungsschläuche bei einem Brand in einem Hochhaus helfen? Und dann noch die Frage, wie ein Marsrover einem Stein ausweichen kann. 82 Jugendliche wetteifern beim Landesentscheid von "Jugend forscht" in Darmstadt darum, beim Bundesfinale Ende Mai in Erlangen dabei zu sein. Vorgestellt werden unter dem Motto "Zukunft - ich gestalte sie!" zwei Tage lang 40 Projekte aus sieben Fachgebieten. Die jungen Forscher müssen sich bei dem größten Nachwuchswettbewerb in Europa strengen Juroren stellen.

Passend zum Frühlingsanflug steht ein Mini-Pool vor dem Eingang. Doch darin wird nicht geplantscht, sondern ein Spezialschiff zu Wasser gelassen. Diverse Kameras sind auf Hannah und Leon gerichtet, während sie ihr Wasseranalyseboot umhertuckern lassen.

Ein handygesteuerter Plastikball

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Drinnen füllt angeregtes Stimmengewirr die Merck-Sporthalle: Schülerinnen und Schüler bilden überall Grüppchen vor Präsentationswänden an ihren Ständen, zeigen Bilder auf Laptops oder deuten auf Objekte, um ihre Forschungsprojekte zu erläutern.

Caroline Schmidt ist auf den Hund gekommen. Die Vierzehnjährige aus Malchen vom Schuldorf Bergstraße hat zusammen mit Sophie Zercher (14) und Niklas Dietzel (15) ein automatisches Hundespielzeug entwickelt: Ein handygesteuerter Plastikball, der sich bewegt und zusätzlich reizvoll ist, indem er Gerüche und Geräusche absondert. "Ich habe einen Hund, der ist öfters mal allein zu Hause", erzählt Caroline. Sie habe immer mehr Nachmittagsunterricht und weniger Zeit. Da ist sie auf die Idee gekommen, "was zu entwickeln, damit er beschäftigt ist".

Etwas weniger technisch geht es direkt um die Ecke zu, wo Shirin Mulch (15) und Florian Czerney (16) von der Gießener Liebigschule der Jury die Ergebnisse ihrer Honiguntersuchung präsentieren. Das haben die Brüder Michael (17) und Nikolaos (16) Stivaktakis und ihr Mitstreiter Jonas Tobias Brück (17) von der Griesheimer Gerhart-Hauptmann-Schule noch vor sich, da wird die Zeit bis zur Begutachtung ihres U-Cube Pyranometers flugs zum Pauken für die anstehende Abiprüfung genutzt.

Ihre Motivation, sich neben der Schule in ihrer Freizeit auch noch als Nachwuchsforscher zu betätigen, ist vielfältig. "In der Schule macht man nur theoretische Sachen und fragt sich, wozu man das braucht", befindet Jonas. "Jugend forscht" hingegen sei was Praktisches. So hätten sie für ihr Projekt zur Messung von Temperaturunterschieden bei Solarenergie Löten gelernt. Das sei auch eine gute Vorbereitung fürs geplante Elektrotechnikstudium. "Und es ist Grundlagenforschung", unterstreicht Michael. "Es ist interessant, bei was dabei zu sein, was es vorher nicht gab."

Sie wollen sogar ein Stückchen Welt retten

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Nora Etzold (17) und Klara-Magdalena Kothe (18) vom Internat Schoss Hansenberg in Geisenheim hingegen geht es vor allem darum, ein Stückchen Welt zu retten: Mit ihrem Forschungsprojekt "Saving Nemo" wollen sie mittels synthetisierter Enzyme Plastik in den Meeren abbauen.

Beim Start in Hessen war die Zahl der Anmeldungen so hoch wie nie: 590 Bewerber, 103 mehr als im Vorjahr. Oliver Karplak, Leiter von "Jugend forscht", erklärt sich dies mit einem wachsenden Interesse an Naturwissenschaften. Der Schulunterricht sei heute dank vieler Experimente auch spannender als früher.