Fotovotaikanlage auf dem Dach von Darmstädter Agora-Häusern...

In der Erbacher Straße haben die Wohnungsgenossenschaft Agora und die Energiegenossenschaft Darmstadt ein gemeinsames Projekt verwirklicht. Von links: Dennis Rückert und Markus Lang von der Wohnungsgenossenschaft Agora und Wolfgang Heymann und Peter Maier von der Energiegenossenschaft Darmstadt. Foto: Dirk Zengel  Foto: Dirk Zengel

Gleich und gleich gesellt sich gern – nach diesem Motto haben die Wohnbaugenossenschaft Agora und die Energiegenossenschaft Darmstadt (Egda) zusammen den Bau einer...

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DARMSTADT. Gleich und gleich gesellt sich gern – nach diesem Motto haben die Wohnbaugenossenschaft Agora und die Energiegenossenschaft Darmstadt (Egda) zusammen den Bau einer Fotovoltaikanlage auf den Agora-Gebäuden an der Erbacher Straße realisiert. Jährlich werden dort rund 48 000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Und mehr noch: Alle Agora-Bewohner beziehen ihren Strom über die Egda. Die beiden ehrenamtlich geführten Interessensgemeinschaften wollen so nicht nur einen Beitrag zur Energiewende leisten, sondern auch die genossenschaftliche Idee stärken.

„Mit Gründung von Agora wollten wir dem Spekulationsdruck im Immobilienmarkt entgegentreten. In einer Genossenschaft geht es ja nicht um Gewinnmaximierung, sondern um die Interessen der Mitglieder“, fasst Markus Lang von der Agora-Öko-Arbeitsgemeinschaft die Ziele des generationenübergreifenden Wohn- und Lebensprojekts zusammen: Schaffung günstigen und sicheren Wohnraums, Mitbestimmung in allen Fragen des Zusammenlebens. Auch der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen gehört mit dazu. „Deshalb war der Bezug von Ökostrom immer Konsens“, ergänzt Dennis Rückert von der Arbeitsgruppe „Technik“. „Und natürlich hatten wir überlegt, selbst Strom zu erzeugen.“ Schnell habe man aber gemerkt, dass dies zusätzlich zum Bau der vier Gebäude mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 16 Millionen Euro nicht zu stemmen war.

Auf der Suche nach spannenden Projekten

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Dafür war schnell der Kontakt zur Egda geknüpft, die 2011 gegründet wurde, um die Parkdecks im Kranichsteiner Baugebiet K 6 mit Fotovoltaikanlagen zu bestücken. Die laufen, und so sei man seither immer auf der Suche nach „spannenden Projekten, um in Sachen Energiewende weiterzukommen“, erklären Peter Maier und Wolfgang Heymann vom Vorstand der Genossenschaft. Außerdem: „Wir verfügen über das nötige Know-how beim Bau und Betrieb von Fotovoltaikanlagen. Wohnungsbau- und Energiegenossenschaft zusammenzubringen, war somit einfach eine gute Kombination“, freuen sie sich zusammen mit den Agora-Genossenschaftlern.

Auf drei der vier Agora-Gebäude hat die Egda Solarzellenmodule mit einer Gesamtleistung von 50 Kilowatt-Peak aufgestellt, die Anfang des Jahres ihren Betrieb aufgenommen haben. Nur das direkt an der Erbacher Straße stehende Gebäude, in dem auch die Gastronomie untergebracht ist, ist davon ausgenommen. Hier hätte der große Abstand zum Nachbargebäude und die so erforderliche Verkabelung zu einem ungünstigen Preis-/Leistungsverhältnis geführt, erklärt Peter Maier und Wolfgang Heymann ergänzt: „Auch Genossenschaften müssen wirtschaftlich rechnen.“ Umso erfreulicher sei es, dass auf Mietzahlungen für die Dachflächen verzichtet werde. Im Gegenzug geht die komplette Anlage nach 20 Jahren in den Besitz von Agora über. „Bei der Zusammenarbeit hat man einfach gemerkt, dass beide Seiten an einem Strang ziehen“, findet Peter Maier: „So konnten wir einiges bewegen.“

Er schätzt, dass die 55 000 Euro teure Anlage rund ein Drittel des Stromverbrauchs bei Agora decken wird. „Genau können wir das noch nicht beziffern, da die Gebäude erst seit September nach und nach bezogen wurden“, erklärt Markus Lang. Erzeugung und Verbrauch müssen sich zudem nicht decken, da der erzeugte Strom in das Netz eingespeist und über die im Erneuerbare Energiegesetz (EEG) festgelegten Sätze vergütet wird.

Doch auch der Wunsch der Agora-Bewohner, Ökostrom zu beziehen, konnte mit der Egda verwirklicht werden. Seit 2015 fungiert diese in Zusammenarbeit mit den ebenfalls genossenschaftlich organisierten Bürgerwerken als Ökostromlieferant. Markus Lang legt Wert darauf, dass die Entscheidung für die Egda einvernehmlich fiel: „Natürlich hat hier jeder seinen eigenen Stromzähler und jeder ist frei, seinen Versorger zu wechseln. Bei der Entscheidung für die Egda ging es uns aber auch darum, genossenschaftliche Strukturen zu unterstützen.“